Herr Frank, warum haben Sie den soliden Job als Standesbeamter gegen die Bühne eingetauscht?

Seit ich denken kann, wollte ich schon immer Schauspieler werden. Wenn man allerdings auf einem Bauernhof in Niederbayern aufwächst, sein technisches Talent schon mit der Nabelschnur verloren hat, folglich den Hof nicht bekommt, muss man sich was einfallen lassen. Von meinem Bühnendrang wollte aber niemand etwas wissen. „Du lernst was Gscheids!“, diesen Satz musste ich mir fast täglich anhören. Das habe ich dann gemacht. Ich lernte gleich nebenan im Rathaus, damit ich immer rechtzeitig zur Stallarbeit daheim sein konnte. Nach drei Jahren Ausbildung und einem Jahr Berufsleben hat es mir aber gereicht. Ich war wahnsinnig unglücklich. Ich bin einfach kein Büromensch. Solide hin, solide her.

Sie haben schon in jungen Jahren viele Ausbildungen absolviert: zum Verwaltungsfachangestellten, zum Standesbeamten, zum Kirchenmusiker, zum Schauspieler. Was könnte jetzt noch kommen?

Nach der Schauspielschule habe ich mich an verschiedenen Musikhochschulen beworben. Ich wollte Gesang studieren und Konzertsänger werden. Ich wurde aber leider überall abgelehnt. Jetzt habe ich einen neuen Wunsch: Ich würde gerne eine Bäckerlehre machen.

Ernsthaft? Warum?

Ich glaube, innerlich nagt es etwas an mir, dass ich kein handwerkliches Talent habe. Aber ich backe gerne, deshalb wäre wohl das Bäckerhandwerk eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass ich auch Handwerker sein kann.

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Sie sind auf dem elterlichen Bauernhof im Landkreis Passau aufgewachsen. Ihr Bühnenprogramm ist sehr autobiografisch. Ist es einfacher, über Dinge zu sprechen, die man selbst erlebt hat?

Ja, für mich schon. Natürlich könnte ich mir auch erfundene Geschichten aus den Fingern saugen, aber das Publikum spürt, ob das jetzt authentisch ist oder nicht. Geschichten aus dem Leben finde ich viel lustiger und es wird viel herzlicher gelacht.

Wie reagiert Ihre Oma darauf, dass Sie oft in Ihrem Programm vorkommt?

Ich glaube, ihr ist gar nicht bewusst, dass sie so präsent ist. Ab und zu liest sie ein Zitat von ihr in der Zeitung und sagt: „Mei, was hast denn da wieder gsagt? Des hab i ja garnet so gmeint!“

Sie machen keinen Hehl aus Ihrem Dialekt, erinnern damit ein wenig an Ihre Kollegin Martina Schwarzmann. Passen Sie sich bei Auftritten außerhalb Bayerns dem Publikum an, damit man Sie versteht?

Ja. Letzte Woche habe ich in Dortmund gespielt und da muss ich schon aufpassen. Ich spreche dann bayerisch mit hochdeutscher Färbung im Rahmen meiner Möglichkeiten.

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Monika Gruber holt Sie regelmäßig als „Zivi“ zur Verstärkung mit auf die Bühne. Wie würden Sie Ihre Zusammenarbeit beschreiben?

Sehr herzlich. Wir sind mittlerweile sehr gut befreundet und wissen fast alles voneinander. Sie schimpft mich, sie lobt mich, sie gibt mir Tipps. Ich darf sogar Tante Moni zu ihr sagen.

Wenn man sich Ihren ambitionierten Tour Plan anschaut, sind jetzt schon – vor allem im bayerischen Raum – viele Ihrer Vorstellungen ausverkauft. Für Ihren Auftritt in Singen gibt es noch Restkarten. Was erwartet das Publikum in der Gems? Warum sollte man Ihren Auftritt nicht verpassen?

Es gibt lustige Geschichten aus dem Leben, gesellschaftskritisch, aber nicht zu politisch. Zum Verschnaufen habe ich ein paar Opernarien im Gepäck. Ich komme extra an Allerheiligen nach Singen. Meine Oma war gar nicht begeistert, dass ich an diesem Tag spiele, aber das hat meine Agentur ausgemacht. Jetzt hoffe ich einfach, dass sich der eine oder andere Singener auf den Weg macht und ich der Oma anschließend sagen kann: „Trotz Allerheiligen war‘s ein schöner Abend!“