Selten war die Bühne der Singener Stadthalle so gefüllt wie beim ersten gemeinsamen Konzert des Madrigalchors Singen unter der Leitung von Hartmut Kasper und des Blasorchesters Singen (BOS) mit seinem neuen Dirigenten David Krause. 80 Sänger und Sängerinnen und 60 Mitglieder des BOS galt es unterzubringen. Beide Musikinstitutionen blicken auf eine jahrzehntelange Tradition zurück. Absolutes Neuland betraten sie nun mit ihrem ersten gemeinsamen Konzert.

Die Idee hierzu stammte von Joachim Böhm, dem Vizedirigenten des Madrigalchors. Drei Jahre dauerte es schließlich bis zur Umsetzung. Für den Chor, der sich bislang zumeist mit sakralen Stücken und Opern beschäftigte, war das Genre Musical und Filmmusik neu.

Beide Ensembles betreten auch musikalisch Neuland

Das Blasorchester, das seinen Schwerpunkt im konzertanten sinfonischen Bereich sieht, kam dagegen erstmals mit Werken wie der „Carmina Burana“ von Carl Orff in Kontakt.

Nur vier gemeinsame Proben von Chor und Orchester gingen dem Konzert voraus. Beim Proben stellten beide Ensembles fest, dass so manches „piano“ (“leise“) des Orchesters für den Chor noch zu „forte“ (“laut“) war. Am Konzertabend war davon nicht viel zu merken. Nur vereinzelt übertönten die Bläser den Chor so, dass er für das Publikum nur noch schwer zu hören war.

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Der erste Teil, geleitet von Hartmut Kasper, stand ganz im Zeichen der klassischen Oper. Stimm- und klanggewaltig startete das Konzert mit der Hymne und dem Triumph-Marsch aus „Aida“ von Verdi. Auch der Gefangenenchor aus „Nabucco“ war ein Highlight. Und mit vier Stücken aus der „Carmina Burana“ sorgten Chor und Orchester für einen wahren Gänsehautmoment.

Gänsehaut mit der Carmina Burana

David Krause leitete den zweiten Teil, der Musical und Filmmusik gewidmet war, zum Einsatz. Dieser Teil begann mit einem Medley des Musicals „Les Misérables„. Ein weiterer Höhepunkt des Abends folgte mit der „Hymn to the fallen“ (“Hymne für die Gefallenen“).

Mit diesem stimmungsvollen, eher getragenen Stück aus dem Spielberg-Film „Der Soldat James Ryan„ wurde an den Volkstrauertag erinnert. Unterstützt wurde der eindrucksvolle Moment durch Bilder von Soldatenfriedhöfen in der ganzen Welt.

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Nach einem Medley aus Titeln des Komponisten Ennio Morricone, der die Filmmusik zu diversen Italowestern wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ schrieb, endete das Konzert mit einem Potpourri aus sieben Musicals des berühmten Komponisten Andrew Lloyd Webber.

Das Publikum dankte Chor und Orchester mit Standing ovations. Das Experiment, das Chor und Orchester mit diesem Auftritt wagten, kann als absolut erfolgreich bezeichnet werden.

Einzigartige Erfahrung für die Akteure

Auch für die Instrumentalisten waren Proben und Konzert eine einzigartige Erfahrung, wie das langjährige BOS-Mitglied Christel Höpfner sagte. BOS-Dirigent Krause, der bei seinem Amtsantritt im März das herausfordernde Projekt miterbte, freute sich ebenfalls, dass es so erfolgreich gemeistert wurde, und kann sich gut vorstellen, mit dem Madrigalchor noch mal zusammenzuarbeiten. Und als Zuhörer fragt man sich, warum die beiden Ensembles nicht schon früher zueinander gefunden haben.

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