Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Vor 100 Jahren trat das Wahlrecht für Frauen in Kraft. Aus diesem Anlass hatte die evangelische Kirche unter Federführung von Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal zu einem kulinarisch-historischen Abend in das Gemeindehaus der Lutherpfarrei eingeladen. Im November 1918 war in Deutschland beschlossen worden, dass Frauen das Wahlrecht bekommen. Im Januar 1919 war es dann soweit: Frauen durften zum ersten Mal wählen und 37 Frauen zogen damals ins Parlament ein. Welche starken Frauen sich für die Rechte der Frauen damals besonders engagiert haben, davon erzählte die Theaterpädagogin Margret Schröder. Sie schlüpfte in die Rollen von Clara Zetkin, Maria Juchacz und Hedwig Dohm, die erst in hohem Alter erleben konnte, dass Frauen das Wahlrecht bekamen. Dabei hatte sie bereits ab 1872 Bücher veröffentlicht, in denen sie mehr Rechte für Frauen forderte. Margret Schröder erzählte aber auch, wie Dohm sich aufgeregt hatte, dass ihre Enkelin Katia das Mathematikstudium abbrach, um Thomas Mann zu heiraten. Die sozialistische Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin hatte bereits 1893 gleichen Lohn für gleiche Leistungen gefordert. Am 19. Januar 1919 wurde sie als Reichstagsabgeordnete der KPD gewählt. Die Wahlbeteiligung habe damals bei 90 Prozent gelegen, so Margret Schröder. Mit einem eher überraschenden "Meine Herren, meine Damen" begrüßte sie in der Rolle der Maria Juchacz schließlich die Gäste. Juchacz, die später die Arbeiterwohlfahrt gründen sollte, war die erste Frau, die vor der Nationalversammlung am 19. Februar 1919 gesprochen hat. Doch auch heute noch sei viel zu tun, denn immer noch würden sich zu wenige Frauen politisch engagieren, mahnte Hiltrud Schneider-Cimbal.

Zwischen den Besuchen der Frauen reichten die Köche die einzelnen Gänge. Der Erlös des Abends geht übrigens an den Förderkreis Krankenhausseelsorge im Evangelischen Kirchenbezirk Konstanz.