Die Bürgermeisterin der Neu-Böhringer, Ulrike Wiese, die auch als frischgebackene Landvögtin in Doppelfunktion auftrat, hatte am Ordensabend viel zu tun, denn sie musste viele Medaillen umhängen und Ehrennadeln anstecken. Doch war es für sie mehr als nur Routine, wie es aus den warmherzigen und persönlichen Lobreden auf die verdienten Narren herauszuhören war. Kaum war die Plakette an die Brust geheftet oder der Orden umgehängt, erschallte das laute „Hoorig, hoorig, hoorig isch desell“ der Narren als Anerkennung für die Geehrten.

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Ulrike Wiese verlieh noch zwei andere Orden, die eher Versäumnisse der Empfänger hervorhoben, wie etwa den Kalenderorden für Ralf Knittel. Dieser habe mehrfach zugesagte Termine zur Reparatur der durch Einbruch beschädigten Fassade des „Vereinshüslis“ der Neu-Böhringer verstreichen lassen. Somit verlieh ihm die Bürgermeisterin einen Kalender am Bande, damit er künftig zugesagte Termine auch einhalte. Oberbürgermeister Bernd Häusler erhielt den „Hüsli-Strom-Erinnerungsorden“ in Form einer leuchtenden Lampenbirne, weil er bisher den Worten bezüglich der Stromproblematik des Vereinshüslis keine Taten habe folgen lassen, wie ihn Ulrike Wiese erinnerte.

Sketch-Darsteller lesen beim Theatertod den Text ab

Beim Unterhaltungsprogramm war der Lichttanz der Lightwomans einer der Höhepunkte, er endete mit einem großen Konfettiregen und viel Applaus. Der beste Sketch war eine Theaterimprovisation mit OB Häusler als König, Angelika Berner-Assfalg als Königin, Dirk Oehle als Prinzessin und Michael Blum als Vogt. Die dramatische historische Geschichte rund um die „Katz“, dem Wappentier des Vereins, spielten die Darsteller glaubwürdig, bis auf den Umstand, dass sie selbst bei ihrem tragischen Theatertod, als sie effektvoll darniedersanken, noch den Text wortgenau vom Blatt ablasen.

Beim Sketch „Ohne Worte“ hatte Poppele Timo Heckel als Überraschungsgast einen schweren Stand, denn er musste sich von den Pflegeheimbewohnern und der strengen Krankenschwester (Andrea Bechler-Narr) ordentlich einseifen und eincremen lassen. Viel gesungen wurde natürlich auch zu vielen Hits, die von Angela Wernet und ihrem Fasnetchor angestimmt wurden. Zu Beginn hatte der Fanfarenzug Blau-Weiß-Singen unter der Leitung von Robin Lotzer die Narren in Stimmung gebracht.

Orden und Auszeichnungen

Uwe Narr, der Vize, erhielt den Schwarze-Katze-Orden des Narrenvereins Neu-Böhringen und wurde von seiner Bürgermeisterin Ulrike Wiese als Macher im Hintergrund bezeichnet, der alles organisiere und ohne den nicht viel liefe. Petra Braun, die seit 30 Jahren im Verein in vielen Bereichen aktiv ist, erhielt die Ehrennadel in Silber der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Seit 2009 verkörpert sie an der Fasnacht die Eulalia Kunikunde. Die neue Landvögtin Ulrike Wiese verlieh Stefan Braun den Sonderorden "Ehrenmedaille in Silber" der Narrenvereinigung für dessen vielseitiges Engagement. Unter anderem lobte sie ihn als Dekorationsgenie. Alexandra Jäckle, die sich in erster Linie um die Jugendarbeit verdient gemacht hat, erhielt die Ehrenmedaille in Silber.