Singen/Hegau Licht und Schatten des Feuerwerks

Silvester hinterlässt Spuren in den Hegau-Gemeinden. Die Reinigungsdienste beseitigen die Partyreste unter Hochdruck, um rechtzeitig vor dem Sturm am Mittwoch fertig zu sein. Die Engener haben das Böllerverbot in ihrer Altstadt überwiegend gut befolgt

Der Leiter des Engener Ordnungsamtes, Axel Pecher, ist mit der Silvesterbilanz sehr zufrieden: "Die Engener haben sich zum Großteil an die neue Regelung gehalten und in der Altstadt keine Feuerwerksraketen gezündet", sagt er am ersten Arbeitstag des neuen Jahres. Am 2. Januar lagen ihm keine Beschwerden von Anwohnern vor und nur wenige Partyreste in der Stadt. Besonders im historischen Teil von Engen seien die Straßen weitgehend sauber geblieben. In andern Stadtgebieten hätten die Bewohner jedoch mehr Raketen gezündet.

Diesen Eindruck bestätigt auch ein Panoramafoto des ehemaligen Bürgermeisters von Tengen, Helmut Groß. Ihm gelang um Mitternacht bei klarer Sicht ein Überblick über die Hegaugemeinden, in denen das neue Jahr farbenprächtig begrüßt wurde.

Eine klare Sicht in der Silvesternacht hatte den Blick von Tengen auf den Hegau und das Alpenpanorama eröffnet. Das Foto entstand vom Gewann Galgen aus. Die Kehrseite des bunten Lichtermeeres erlebten die Reinigungsdienste in allen Gemeinden. <em>Bild: Helmut Groß</em>
Eine klare Sicht in der Silvesternacht hatte den Blick von Tengen auf den Hegau und das Alpenpanorama eröffnet. Das Foto entstand vom Gewann Galgen aus. Die Kehrseite des bunten Lichtermeeres erlebten die Reinigungsdienste in allen Gemeinden. Bild: Helmut Groß

Die Schattenseite dieses Freudenfestes bekamen die Mitarbeiter der Reinigungsdienste am frühen Morgen des 2. Januar zu sehen.

Jörg Wagner versammelte seine Leute gleich morgens um 6 Uhr, um sie auf einen harten Dienst einzuschwören. "Wir müssen heute etwas länger arbeiten, um den Großteil des Partymülls von Silvester von den Straßen geholt zu haben", erklärt er. "Für Mittwoch ist Sturm angesagt. Und bis dahin müssen wir die Raketenreste beseitigt haben, damit sie nicht verwirbelt werden."

18 Mitarbeiter gehören der Singener Stadtreinigung an. Bis auf zwei waren am 2. Januar alle im Einsatz, um Böllerreste und Flaschen einzusammeln. Das werde immer schwieriger, je mehr die Verbraucher mehr auf Feuerwerksbatterien zurückgriffen, beschreibt Wagner die Arbeit seiner Männer. Die Kehrmaschinen könnten die Kartons mit den leeren Hülsen nicht einsammeln. Also müssten sie von Hand aufgenommen werden. "Alleine der Handtrupp hat 1,5 Tonnen Material eingesammelt", sagt Wagner. "Die Kehrmaschinen deponierten weitere drei Tonnen auf dem Bauhof." Extrem geböllert wurde in der Singener Innenstadt vor Heikorn und am Parkplatz vor dem Fischerheim in der Fichtestraße. Auch die Bohlinger ließen es auf dem Galgenberg so richtig krachen. Allgemein werde aber in den Ortsteilen weniger Müll liegengelassen, weiß Wagner.

Die Männer des städtischen Reinigungsdienstes in Singen arbeiteten am 2. Januar unter Hochdruck, um die Müllreste von Silvester zu beseitigen. Hier sind Stephan Maier (von links), Alexander Gross, Klaus Tremer und Ismet Pepniku in der Georg-Fischer-Straße am Werk. Ganz rechts der Leiter des Reinigungsdienstes, Jörg Wagner. <em>Bild: Gudrun Trautmann</em>
Die Männer des städtischen Reinigungsdienstes in Singen arbeiteten am 2. Januar unter Hochdruck, um die Müllreste von Silvester zu beseitigen. Hier sind Stephan Maier (von links), Alexander Gross, Klaus Tremer und Ismet Pepniku in der Georg-Fischer-Straße am Werk. Ganz rechts der Leiter des Reinigungsdienstes, Jörg Wagner. Bild: Gudrun Trautmann | Bild: Gtr

Zwei Dinge ärgern den Chef der Reinigungsdienste besonders: "dass die die Leute ihren Müll nicht mehr wegräumen und die wilde Zerstörungswut." Über die Feiertage seien an mindestens zehn städtischen Buswartehäuschen die großen Glasscheiben zertrümmert worden. Hier seien zwar die Stadtwerke zuständig; wenn's aber zuviel werde, müssten auch die Reinigungsdienste aufräumen.

Am späten Nachmittag des Dienstag sind Singens Straßen schon fast überall wieder sauber. Die größeren Herausforderungen des Jahres kommen erst noch mit der Fasnacht und dem Stadtfest.

Altstadtsatzung

Im Oktober 2017 hatte der Engener Gemeinderat ein generelles Verbot für Feuerwerke in der historischen Altstadt beschlossen. Grund ist die erhöhte Brandgefahr von mittelalterlichen Gebäuden mit viel Holz. Diese neue Regelung griff erstmals in der vergangenen Silvesternacht. (gtr)

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