Die Bebauung in Berlins so genannter „Neuer Mitte“ wurde erst nach dem Mauerfall möglich. Bekommt Beuren nun auch eine „Neue Mitte“? Wenn es nach den Mitgliedern im Bauausschuss und im Ortschaftsrat geht, ja! Sie stimmten alle für ein Mehrgenerationenprojekt, das Leuchtturmcharakter haben könnte.

Möglich wird das Projekt „Neue Mitte“ nun, weil bald der Neubau der Mehrzweckhalle abgeschlossen ist und die Flächen und Gebäude wie ehemaliges Feuerwehrgerätehaus und Eichenhalle nicht mehr genutzt werden wie früher.

Das Luftbild zeigt, um welchen Bereich es bei der neuen Mitte in Beuren geht. Bild: Stadt Singen
Das Luftbild zeigt, um welchen Bereich es bei der neuen Mitte in Beuren geht. Bild: Stadt Singen

Nach dem Dorfentwicklungskonzept hatte die Mehrzweckhalle erste Priorität. „Sie wird bald eingeweiht“, sagte Patricia Gräble-Menrad von der Abteilung Stadtplanung im Fachbereich Bauen. In der Mehrzweckhalle finden Feuerwehr, Vereine und Jugendtreff eine neue Heimat.

Zweite Priorität im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes hat nun die Schaffung einer neuen Ortsmitte mit Dorfplatz rund um das Rathaus. Dieses Konzept ist auch in den Zielsetzungen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts ISEK Singen 2030 verankert.

Werkstattgespräche mit dem Ortschaftsrat

Seit knapp zwei Jahren hat die Stadtverwaltung Kontakt zur Kopfgruppe aus Lahr, Stadtplaner, die ähnliche Mehrgenerationenprojekte schon realisiert haben. Heinz Neumann, Projektmanager bei der Kopfgruppe, stellte das Projekt im Ausschuss vor.

Im Vorfeld hatten 2018 bereits vier Werkstattgespräche mit dem Ortschaftsrat stattgefunden. Bei einem weiteren Termin waren auch Institutionen wie Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband, Haus zum Feierabend und Pflegedienst Eigeltingen dabei, um Nutzungsideen zu erarbeiten.

Mehrgenerationenhäuser statt Einzelhäuser

Ursprünglich wollte man in der Neuen Mitte eine Bebauung mit Einzelhäusern. „Davon sind wir im Ortschaftsrat etwas abgekommen. Wir sind für die Idee der Mehrgenerationenhäuser offen“, sagte Ortsvorsteher Wolfgang Werkmeister. Er sieht das Projekt schon als „Leuchtturm“, denn so etwas gebe es noch nicht in Singen. Nach den derzeitigen Plänen entstünde Wohnraum für 120 Menschen.

„Die Neue Mitte Beuren hat uns gereizt, weil wir uns mit unserem generationenübergreifenden Service-Wohnen auf den ländlichen Raum spezialisiert haben“, sagte Heinz Neumann. In Rheinhausen sei ein ähnliches Projekt bereits realisiert. Dieses hatte der Ortschaftsrat vor einem Jahr besichtigt.

Planer rechnen mit Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro

Die Flächen, die in diesem Bereich liegen, gehören fast alle der Stadt, sagte OB Bernd Häusler. „Wir würden sie als Erbpachtflächen abgeben.“ Walafried Schrott (SPD) fand die Idee des Erbpachtmodells gut. „Mit diesem Projekt können wir Beuren ein Gesicht geben“, sagte er.

Neumann rechnet mit Investitionen in Höhe von rund 14 Millionen Euro. Die Kopfgruppe möchte es als Investor bauen. Wichtig wäre ihm, dass die Mieten tragfähig sind und nicht über 11 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen. Falls es Nachfragen geben würde, ob einzelne Wohnungen gekauft werden könnten, würde man sich dem nicht verschließen.