„Silvershadows“ hat Peter Riek seine beiden bedruckten Papierautos genannt, die das Singener Kunstmuseum jetzt in der neuen Ausstellung inmitten einer großen Dörflinger-Schau platziert hat. Die Fahrzeuge sind alles andere als fahrbereit und muten mehr wie extraleichte Seifenkisten auf Fahrradfelgen an. Sie sind ein Spaß, den sich der Künstler und die Aussteller in Anspielung auf das Museum Art & Cars (MAC) erlauben. Dort sind die Autos alles andere als Leichtgewichte. Im Gegensatz dazu sollen die beiden Papierkarossen die Museumsbesucher eher zum Schmunzeln anregen.

Auch die Pastelle von Johannes Dörflinger und seine schmuckstückartigen Kleinplastiken sollen den Besucher in ein Gefühl der Leichtigkeit versetzen. Und das gelingt dem Künstler ganz ausgezeichnet. Die Ausstellung ist eine Würdigung des Konstanzer Künstlers, der im April seinen 75. Geburtstag feiern kann. Ihm zu Ehren hat auch die Sparkasse Hegau-Bodensee ihre Schatzkammer geöffnet, um dem Kunstmuseum gesammelte Dörflinger-Pastelle zur Verfügung zu stellen.

Eine leuchtende Strahlkraft geht von den auf der Mittelmeerinsel Gozo entstandenen Bildern aus. Museumsleiter Christoph Bauer beschrieb bei der Eröffnung der Ausstellung die hohe Kunst der Pastellmalerei, deren Technik nur wenige Künstler beherrschten. Sehr geometrisch unterteilt Dörflinger die Flächen in feine Linien und große farbige Felder, die für den Betrachter zu Kraftformen werden könnten.

Ganz besondere Aufmerksamkeit beim zahlreich erschienenen Publikum, insbesondere den Damen, weckten aber Dörflingers Kleinplastiken, die in Zusammenarbeit mit Konstanzer Goldschmieden seit 2000 entstanden sind. Hier haben sich Silber, Gold, Diamanten, Bernstein, Horn, Meteoriten, Holz und Stein in scheinbar grenzenlos schwebende Figürchen verwandelt.