Singen will mehr sein als ein Wirtschaftsstandort und Oberbürgermeister Bernd Häusler nutzt jede Gelegenheit, um die Vielfalt der Stadt hervorzuheben. So auch bei der Finissage der Aktion KNST/HNDL/SNGN in der Kundenhalle der Sparkasse Hegau-Bordensee. "Wir sind eine Kunststadt", gab sich zuvor schon Hausherr Udo Klopfer überzeugt und sorgte mit seiner Rede für die Probe aufs Exempel. Seine in ein paar Sätze gefasste Beschreibung der Schwierigkeiten beim banalen Aufhängen von Bildern war ein ironisches Glanzstück über das Eigenleben der Kunst und deren eigenwilliges Verhältnis zur Erdanziehungskraft.

Bodennähe hat die Aktion in mehrfacher Weise bewiesen. So hatte die Umwandlung der beteiligten Geschäfte in Ausstellungsräume beziehungsweise Ateliers sowie die Beteiligung der Kunden (unter anderem durch den Publikumspreis für das gelungenste Kunstschaufenster) den Effekt eines größeren Bewusstseins über das innerstädtische Angebot. Wie Claudia Kessler-Franzen vom Standortmarketingverein "Singen aktiv" sagte, gab es Rückmeldungen, wonach Besucher durch die Aktion erstmals auf die Existenz einiger Geschäfte aufmerksam wurden.

Überhaupt die Resonanz. Rund 1000 Teilnehmer nahmen laut Verlagsleiter Anatol Hennig vom Wochenblatt an der Abstimmung für den Publikumspreis teil – ein für ihn aufgrund von Erfahrungswerten respektables Ergebnis. Ebenso wichtig stuft Manuel Waizenegger vom Modehaus Zinser als Initiator den kommunikativen Wert der Aktion ein. Ihre Laufzeit über drei Monate habe für Gesprächsstoff zwischen den Künstlern und Händlern sowie mit den Kunden gesorgt. Die Finissage mit der fotografischen Aufarbeitung bezeichnete er als "stille Zugabe".

Zu den Trägern der Aktion zählten neben dem City-Ring mit Michael Burzinski an der Spitze nicht zuletzt die 14 Künstler. Antonio Zecca als ihr Sprecher kam dabei zum gleichen Ergebnis wie OB Häusler. Er würdigte die Singen als eine Stadt, die Räume für ästhetische Gestaltungen eröffne.