Singen – Die Kreativphase ist abgeschlossen, mit einer Vernissage am Donnerstagabend werden die Türen in den Abrisshäusern der Baugenossenschaft Hegau in der Romeiasstraße geöffnet. Das Programm des Kunstprojektes Arte Romeias beeindruckt nicht allein mit der großen Zahl der teilnehmenden Künstler. Geboten wird Kunst in vielfältigster Form. „Es war für uns eine Wundertüte, in sieben Hauseingänge mit 36 Wohnungen passt ja schon etwas rein“, sagte Geschäftsführer Axel Nieburg bei der Vorstellung des Veranstaltungsprogramms. Keiner konnte ahnen, was dabei herauskommt. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Es ist viel besser, als gedacht“, ist Nieburg genauso begeistert wie Dozent Jörg Lillich von der Uni Konstanz, der das Projekt begleitet.

„Wir feiern ein Kunstfestival mit Ausstellung, Musik, Theater, Performances und Rahmenprogramm mit Bewirtung“, betont Jörg Lillich, dass auch der Garten hinter den Häusern mit einbezogen ist. „Da kann man es sich gemütlich machen“, so der Verweis Nieburgs auf die Strand-Lounge im Sand mit Liegestühlen. Dazu die Bewirtung von Cocktails über Würstchen und Kuchen bis hin zu internationalen Spezialitäten der Gruppe Gastmahl. Auch die Schuppen und Kellerräume werden bespielt, DJs aus der Region und der Star-DJ aus Teheran werden Tanzfreudigen einheizen. Beide freut es sehr, dass erstaunlich viele Flüchtlinge unter den Künstlern sind und auch Flüchtlingskinder sich in Schul-Projekten beteiligten.

Aus der Vielfalt der Projekte nennt Lillich Andrea Dietz und Kerstin Weiland, die Spuren der früheren Bewohner ins Blickfeld gerückt haben. Der Fotograf Fabian Reichgruber hat seine Modelle nur mit „fliegender Farbe“ bekleidet abgelichtet, zu den Fotos sind die Spuren der Farb-Wurf-Aktion zu sehen. Extra aus dem Frankfurter Raum angereist sei Uwe W. Kütter, der den Fassaden-Fries gestaltet hat.

Als krass bezeichnet Lillich eine Klanginstallation von Musik-Designer Dirk Handreke von der Musikschule Trossingen. Auf einer kreisförmigen Waage von zirka zwei Meter Durchmesser erzeugen Gewichte je nach Menge und Verteilung Klänge. Singen aus einer anderen Perspektive zeigen Fotos von Flüchtlingsmädchen, die in einem Workshop mit Fotografin Tina Keck entstanden sind. Zu diesen Fotos sind Fotografien aus Aleppo des preisgekrönten syrischen Fotografen Hosam Katan ausgestellt.

Ein Erlebnis verspricht die Theatergruppe der HTWG Konstanz, die verschiedene Szenen entwickelt hat. Am Samstag um 16 und 18 Uhr geht es zu einer 45-minütigen Busrundfahrt mit Aufführungen quer durch Singen.

Zum Festival

Das Kunst- und Kulturfestival in der Romeiasstraße startet mit der Vernissage am Donnerstag, 20. Juli, um 18 Uhr. Freitag bis Sonntag ist der Beginn jeweils 11 Uhr. Am Freitag und Samstag ist mit Theater-Aufführungen, Bands, DJs und Dancefloors (im Keller Häuser 7 und 9) Programm bis zwei Uhr geboten. Am Samstag um 16 Uhr und um 18 Uhr lädt die Theatergruppe Silberling zu Aufführungen während einer Busfahrt durch Singen. Mit einer Finissage endet das Festival am Sonntag, 23. Juli, um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.