Seit zehn Monaten wohnen Raimund und Susanne Zimmermann mit ihrem Sohn Jakob nun in Bohlingen und fühlen sich sichtlich wohl. „Wir sind im Dorf bestens aufgenommen worden und spüren eine tolle Integration. Fußläufiges Einkaufen, gute Gastronomie und Cafés, schöne Dorffeste, uns gefällt es in Bohlingen sehr gut“, sagt Susanne Zimmermann bei der feierlichen Präsentation der Neubürgerbroschüre im Gemeindehaus. Von Ortsvorsteher Stefan Dunaiski und von Manfred Siegwarth, dem Vorsitzenden des Kulturforums, erhielt Familie Zimmermann symbolisch die erste Ausgabe des umfangreichen Werkes, damit sich die Zugezogenen über die dörflichen Strukturen ausführlich informieren können.

Eigenständigkeit der Ortsteile

Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler beglückwünschte die Bohlinger zu dieser Willkommensbroschüre, die in dieser Form in den Stadtteilen bisher einmalig und nachahmenswert sei. „Für die Integration neuer Bürger ist das ein wichtiger Baustein, die Aktivitäten zeugen von einer Eigenständigkeit der Ortsteile“, unterstrich OB Bernd Häusler. Bei der Vorstellung der 90-seitigen Mappe, die in späteren Auflagen jederzeit ergänzt oder ausgetauscht werden kann, führte Manfred Siegwarth vor allem die erfolgreich geführte Vereinsstruktur vom Kindes- bis ins Seniorenalter auf. „Die ehrenamtliche Vereinsarbeit und die Jugendausbildung schafft gesellschaftliche und menschliche Werte“, sagte der Vorsitzende des Kulturforums.

Mit der persönlichen Übergabe der Broschüre soll mit den Neubürgern ein erster Kontakt hergestellt werden, um auch für das Leben in der Dorfgemeinschaft zu werben. Detaillierte Informationen gibt es in der Mappe über kirchliche Einrichtungen, zu den alten Kapellen an den Ortseingängen, der Aussichts-Blattform mit 360 Grad Rundumblick auf dem Galgenberg, dem Weinanbau und auch über die Besonderheit einer standesamtlichen Trauung im Turmzimmer neben der Kirche, direkt unterm Storchennest. Dies erfreut sich mit jährlich fast 30 Trauungen überregionalen Interesses.

Die attraktive und von einer großen Artenvielfalt geprägte Bohlinger Jagd am Schienerberg ist in der Broschüre ausführlich beschrieben, ebenso wie die landwirtschaftlichen Höfe auf dem Galgenberg im Gewann Haslen. Eine besondere Bedeutung wird den Nachbargemeinden beigemessen, denn mit ihnen verbinden sich von früher bis heute enge Beziehungen.

Hans Gertis aus Worblingen unterstrich, wie unkompliziert und hilfsbereit die Bohlinger seien, Wolfgang Menzer aus Schienen stellte die Tradition der jährlichen Wallfahrt als einen Beweis gewachsener Freundschaften zwischen zwei Ortsteilen in der Region dar. „Die frühere Nachbarschaftsschule mit Schülern aus Moos, Bankholzen, Überlingen am Ried und Bohlingen haben die Menschen geprägt“, erklärte Thomas Wieland aus Moos die Tradition der zeitlebens guten Beziehungen der Nachbardörfer zueinander. Ortsvorsteher Stefan Dunaiski dankte dem Kulturforum für die Erstellung der Broschüre, mit der wichtige und nachhaltige Impulse für ein reges Dorfleben geschaffen worden seien.

 

Kulturforum

Unter dem Credo „Lebensqualität Dorf“ entstand das Kulturforum Bohlingen, es steht für den Erhalt von Traditionen, die Festigung von Vereinsstrukturen und die Einbindung von Politik, Handel, Gewerbe und Tourismus. Die Information für Neu-Bohlinger wurde unter dem Vorsitz von Manfred Siegwarth erstellt. Zum Redaktionsteam gehörten Cornelia Rappenecker, Ulrike Weihrauch, Susann Schwarz, Bernhard Hirt und Rolf Hirt. Die Broschüre soll an Neubürger überreicht werden. Zudem kann das Buch bei der Verwaltungsstelle, Telefon (07731) 22160, zum Schutzpreis von 28 Euro erworben werden. (hir)