Der neue Südstadttreff in der Berliner Straße 8 wurde jetzt eröffnet. In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Frisörgeschäfts macht der Verein Kinderchancen nun Kindern aus der Singener Südstadt nachmittags Bildungsangebote. Das Ganze steht unter dem Motto „Kultur im Singener Süden“. Außerdem nutzen Caritasverband, Südstadtschulen und Kindergärten die Räume.

Der Südstadttreff ist ein weiteres Projekt des Vereins Kinderchancen. Allein in der Südstadt leben rund 13 000 Menschen aus vielen Nationen. Im Durchschnitt seien darunter viele mit geringerem Wohlstand oder Bildungshintergrund, sagt Udo Engelhardt, zweiter Vorsitzender des Vereins Kinderchancen. Bei Veranstaltungen der Initiative „Stark im Süden“ habe man festgestellt, dass viele Gruppen unter sich leben und kein Austausch stattfinde, weil es keinen offenen Treff oder Markt für Begegnungen gibt.

Aktivitäten sollen Kindern Kultur vermitteln

„Wir wollen hier nicht wieder einen Treff etablieren, wo nur eine einzelne Gruppe vertreten ist, so wie es bei der Lilje war, wo hauptsächlich Menschen mit wenig Geld hinkamen“, sagte Udo Engelhardt. Zielgruppe des Südstadttreffs sind Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren und deren Eltern. Hier soll es Angebote geben, die den Kindern Kultur vermitteln sollen. Ein wichtiger Partner sei der Caritasverband Singen-Hegau. „Wir können hier aber nicht alle Bedürfnisse abdecken. Beispielsweise wird die neue Anlaufstelle kein Seniorentreff sein“, sagte Engelhardt.

Sie sind glücklich, dass der neue Südstadttreff eröffnet werden konnte. Von links: Lena Wenzel (Caritasverband Singen-Hegau), Bettina Fehrenbach (Leiterin), Agnes Hügle (Awo), Udo Engelhardt (Verein Kinderchancen), Oberbürgermeister Bernd Häusler, Jürgen Napel (Musik), Thomas Fürst (Caritasverband) sowie Wolfgang Heintschel (Caritasverband und Kinderchancen).
Sie sind glücklich, dass der neue Südstadttreff eröffnet werden konnte. Von links: Lena Wenzel (Caritasverband Singen-Hegau), Bettina Fehrenbach (Leiterin), Agnes Hügle (Awo), Udo Engelhardt (Verein Kinderchancen), Oberbürgermeister Bernd Häusler, Jürgen Napel (Musik), Thomas Fürst (Caritasverband) sowie Wolfgang Heintschel (Caritasverband und Kinderchancen).

Nachdem die Lilje Ende 2017 geschlossen worden war, wurden die Gelder, die dafür damals im Haushalt eingestellt waren (70 000 Euro), zu gleichen Teilen auf das Netzwerk Kinderchancen und die Sozialberatung der Arbeiterwohlfahrt aufgeteilt. „Wir wollten dieses Geld wieder in soziale Projekte stecken“, sagte Oberbürgermeister Bernd Häusler. „Es ist wichtig, dass Kinderchancen diese Arbeit für junge Menschen macht, damit sie später mit guter Bildung einen guten Start ins Erwachsenenleben bekommen“, so Häusler.

Die Geschäftsführerin von Kinderchancen, Bettina Fehrenbach, freut sich, dass der neue Treff so schnell auf die Beine gestellt werden konnte. Jüngst hatte es eine Zusage für Fördergelder gegeben. Für 2019 bekommt Kinderchancen für dieses neue Projekt 52 000 Euro aus dem Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“. Diese Förderung kann für weitere drei Jahre verlängert werden. Deshalb können die Angebote für die Kinder kostenlos sein. Bettina Fehrenbach hat seit Anfang Januar auch ihr Büro in der Berliner Straße.

Beratungen runden das Angebot ab

Zusätzlich zu den Angeboten für Kinder wird der Caritasverband dienstags von 14 bis 16 Uhr mit Lena Wenzel hier eine Integrationsberatung anbieten. Außerdem wird Agnes Hügle, bei der Awo für den Bereich „Frühe Hilfen für jenische und Sinti-Familien“ zuständig, die Räume für Veranstaltungen für die Elternlotsen und Coaching nutzen. Außerdem gibt es von Seiten der Arbeiterwohlfahrt ein Vormittagsangebot zum frühen Einstieg in die Kindertagesstätte. Die Einweihung wurde vom Kinderchor unter Leitung von Elisabeth Paul mit fröhlichen Liedern untermalt. Pfarrer Thomas Fürst, Vorsitzender des Caritasverbands Singen-Hegau, segnete die Einrichtung. Martin Burmeister, Leiter des Stabsstelle Sozial- und Bildungsplanung, überreichte einen chinesischen Geldbaum.

Einsatz für ein besseres Leben

  • Netzwerk: Im Verein Kinderchancen Singen haben sich soziale Initiativen und Verbände, Schulen und Kindertagesstätten, die Stadt Singen sowie Unternehmen und engagierte Personen zusammengeschlossen. Sie wollen die Lebenssituation von Kindern in Singen dauerhaft verbessern. An erster Stelle stehen Kinder, die unter schwierigen sozialen Bedingungen und in materieller Armut aufwachsen. Kinderchancen hat bereits andere Projekte wie Lernförderung im Kinderhaus Langenrain auf den Weg gebracht. Seit Januar 2019 hat Kinderchancen mit Bettina Fehrenbach erstmals eine Geschäftsführerin.
  • Südstadttreff: Ansprechpartnerin ist Bettina Fehrenbach, Berliner Straße 8, Singen, Telefon: (0 77 31) 96 97 05 50 oder mobil (0171) 542 99 03, E-Mail: fehrenbach@kinderchancen-singen.de, Internet: www.sis-singen.de
  • Verein Kinderchancen: Ansprechpartner ist der Vorsitzende Wolfgang Heintschel, Erzbergerstraße 25, Singen, Telefon: (0 77 31) 969 70 0, E-Mail: info@kinderchancen-singen.de