Endspurt an den Gymnasien: Am Mittwoch, 18. April, beginnen die schriftlichen Prüfungen für das Abitur. Gestartet wird mit dem Fach Deutsch, bis zum 2. Mai folgen dann Englisch, Mathematik und Physik. Die beruflichen Gymnasien sind sogar schon mittendrin: Hier fand die schriftliche Prüfung im Fach Mathematik am vergangenen Freitag statt, die restlichen schriftlichen Prüfungen ziehen sich bis zum 25. Juni hin. Für die schriftlichen Prüfungen stehen den Abitur-Anwärtern jeweils rund vier Stunden zur Verfügung, die Aufgaben sind landesweit einheitlich.

Obwohl die Fragen sehr spezifisch erscheinen, geht es beim Abitur letztlich doch um eine Prüfung der Allgemeinbildung. Von den Schülern werden breite, zugleich aber auch vertiefte Kenntnisse in den Kernfächern Deutsch, einer Fremdsprache und Mathematik sowie einem Wahlfach verlangt. Die Oberstufe des Gymnasiums ist aber auch so konzipiert, dass die Schüler ihren Neigungen und Interessen gemäß eigene Schwerpunkte setzen und sich profilieren können. Zusätzlich umfasst das Abitur die Prüfung einer besonderen Lernleistung. Dabei handelt es sich um ein Seminar beziehungsweise Kurs zu einem Thema oder die Teilnahme an einem Wettbewerb beziehungsweise einem Frühstudium. Die Lernleistung umfasst immer eine Dokumentation der angewandten Methoden, des Arbeitsprozesses und der erreichten Ergebnisse sowie ein abschließendes Kolloquium. Hauptziel dieses Angebotes ist die Förderung von Methoden- und Sozialkompetenz, vor allem aber des selbstständigen Lernens. Mit dem Seminarkurs ist es möglich, eine Prüfungsleistung bereits vor der schriftlichen Abiturprüfung abzulegen. Eine klassische mündliche Prüfung gibt es nicht mehr. Wenn aber ein Schüler besonders gefährdet ist, kann eine solche in Betracht gezogen werden.

Bei der Einschätzung des Leistungsvermögens äußert sich die Schulleiterin des Hegau-Gymnasiums Kerstin Schuldt zuversichtlich: "Wir erheben keine Zahlen über die Noten, aber bisher ist der Abiturjahrgang ganz gut." 83 Schüler und Schülerinnen legen in diesem Jahr ihr Abitur an ihrer Schule ab. An der Robert-Gerwig-Schule (Wirtschaftsgymnasium) sind es 131 Schüler.

An der Hohentwiel-Gewerbeschule gibt es zwei Wege zum Abitur: das Technische Gymnasium und die Technische Oberschule. Beim TG sind diesem Jahr 121 Schüler zur Prüfung angemeldet, bei der TO sind es mit 14 Schülern deutlich weniger. Bernhard Lutz, der Betreuer des Bereichs Naturwissenschaften an der HGS, schätzt das Leistungsvermögen als beachtlich ein. "Der Notenschnitt der Abiturienten ist bisher ganz gut, sie liegen bei 2,0."

Eine Befragung über die Zukunftsziele der Schüler finde an der HGS erst im Juni, also nach den Prüfungen statt. Die vergangenen Jahre hätten aber gezeigt, dass rund 30 Prozent der TG-ler eine berufliche Ausbildung anstreben und fast alle TO-ler ein Studium beginnen. Bei der weiteren Lebensplanung nach dem Abitur herrscht nach Wahrnehmung von Lehrer Marcus Willneff eine große Vielfalt. Einige Schüler wollen direkt mit einem Studium oder einer Ausbildung beginnen, viele liebäugeln mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr, dann gibt es Schüler, die es ins Ausland zieht – das Modell "Work and Travel" steht dabei wohl hoch im Kurs.

Im gesamten Landkreis Konstanz beträgt die Zahl der Abitur-Prüflinge übrigens 823 an den allgemeinbildenden und 653 an den beruflichen Gymnasien. Die Zeugnisausgabe ist am Freitag, 6. Juli, vorgesehen.

Das Bewertungssystem

  • Die Punkte: In die Abiturnote fließen die Ergebnisse von vier Schulhalbjahren ein. Die Berechnung der Gesamtqualifikation ergibt sich bundesweit aus einem Punktesystem. Die Schüler können zwischen 0 und 15 Punkten erreichen, wobei 0 Punkte der Note "Ungenügend" und 15 Punkte der Note "Sehr gut" entsprechen.
  • Das Ergebnis: Insgesamt können 900 Punkte erreicht werden. Davon entfallen auf die Leistungen in den Abiturprüfungen 300 Punkte, auf die Leistungen aus den fünf Kernfächern und den mindestens 20 weiteren zweistündigen Kursen 600 Punkte. (aba)