500 Jahre Reformation ist auch für die katholische Pfarrgemeinde in Überlingen am Ried ein Anlass, Martin Luther hervorzuheben. "Sein großes Verdienst ist die Übersetzung der Bibel, die so auch dem Volk zugänglich wurde", sagt Elisabeth Ugarte, die gemeinsam mit Inge Hermann eine Bibel-Ausstellung initiierte. Und das ist ganz im Sinne der Ökumene: "Die Bibel zählt für Protestanten wie auch für Katholiken. Die Luther­übersetzung ist auch für uns kein Problem", bekräftigt Hermann.

Beide sind im Liturgie-Team engagiert und haben rund 100 Bibeln zusammengetragen. Die überwiegende Zahl stammt von evangelischen Christen im Ort, auch die evangelische Gemeinde in Böhringen steuerte Bibeln bei. Die Besucher erwartet ein breites Spektrum an Ausgaben, die unterschiedlich gestaltet und sprachlich überarbeitet wurden.

Darunter finden sich Kinderbibeln mit farbigen Bild- und Informationsteil, neue Ausgaben mit zahlreichen Fotos und Abbildungen von künstlerischen Darstellungen und ausführlichen Erläuterungen zu den Ursprüngen der Bibel, den Evangelien und der Apostelgeschichte. Viele Ausgaben enthalten Bilder von namhaften Künstlern wie Rembrandt und Marc Chagall oder in moderner Aufmachung von Sieger Köder und Rosina Wachtmeister. Das älteste Beispiel ist ein Faksimile der Ausgabe von 1630 mit Kupferstichen von Matthäus Merian.

Elisabeth Ugarte und Inge Hermann gingen mit viel Engagement an die Sache. "Auslöser für uns war der ökumenische Gedanke und mit der Ausstellung anzuregen, die Bibel mal wieder in die Hand zu nehmen", erläutert Hermann. Die beiden Ausstellungstage wollen auch zu Begegnung und Austausch einladen.

Die Ausstellung ist im Franziskusheim in Überlingen am Ried am Reformationstag, 31. Oktober, von 10 bis 17 Uhr und an Allerheiligen, 1. November, von 11.30 bis 17 Uhr zu sehen. Einblicke in Luthers Werdegang und sein Umfeld gibt zudem eine Präsentation im Ausstellungraum in der Kirche Heilig Kreuz