Mit der Petition "Mehr Alemannisch ins Radio!" wird der Südwestrundfunk aufgefordert, wöchentlich eine Sendung zu einer festen Sendezeit ins Programm zu nehmen, die eine Stunde lang regionale Themen in alemannischer Sprache behandelt. Oder auf Alemannisch: "Mir wenn, dass de SWR-Radio e feschti, wöchentlichi Stund für regionale Informatione un Unterhaltsames in iisere alemannische Sproch iirichtet."

Die Muettersproch-Gsellschaft begründet die Petition damit, dass die alemannische Sprache ein regionales Kulturgut sei, das erhalten werden müsse. Der SWR als öffentlich-rechtlicher Sender und allen Seiten verpflichtetes Medium solle seinen kulturspezifischen Aufgaben nachkommen und entsprechende Schritte einleiten. "Eine Stunde wöchentlich, verlässlich an einem festen Sendeplatz", fordert auch Walter Möll. "Bisher ist es eher Zufall, wenn man im Radio oder Fernsehen Alemannisch zu hören bekommt", erklärt Möll die Forderung nach einem festen Sendeplatz. "Und wenn dann Alemannisch gesprochen wird, werden auf diese Weise oft Personen dargestellt, die eher unbedarft wirken sollen", so Möll kritisch.

Nach Auffassung Mölls verkommt die Mundart in SWR-Produktionen oft zur Fasnachtssprache. "Mundart kann aber weit mehr als nur Fasnet", ist er sich sicher. Mundart könne viel besser als Schriftdeutsch Gefühle transportieren und stelle auch Heimat dar. Deshalb solle die geforderte Stunde auch kein volkstümlicher Mundart-Klamauk sein, sondern Themen behandeln, die nah bei den Menschen seien. Möll denkt dabei an Themen wie aussterbende oder alte Berufe, Bräuche, Heimatgeschichten, echte Volksmusik und alemannische Poeten. So könne Alemannisch auch grenzüberschreitende Brücken über den Rhein, ins Elsass und die Schweiz bauen.

Ursächlich für die mangelnde Berücksichtigung der alemannischen Sprache ist für Möll ein "Stuttgarter Zentralismus" des SWR, bei dem durch Regionalreformen und Neustrukturierungen die Regionalstudios, wie zum Beispiel in Konstanz, Freiburg oder Friedrichshafen, immer mehr an Bedeutung verloren hätten.

"Dass es auch anders geht, sieht man, wenn man in die Schweiz schaut, wo in den Medien Schwyzerdütsch alltäglich ist. Auch im Bayerischen Rundfunk ist es normal, dass auf vielen Sendeplätzen Bayerisch gesprochen wird", so Möll. Während der NDR ganze Nachrichtensendungen auf Plattdeutsch sende, vernachlässige der SWR die Mundart.

Zur Person

Walter Möll, der ehemalige Singener Kulturamtsleiter, ist Vorsitzender der Regionalgruppe Hegau in der Muettersproch-Gsellschaft, die mit rund 500 Mitgliedern zugleich die mitgliederstärkste Regionalgruppe ist. Wer die noch bis zum 31. Oktober offene Petition der Muettersproch-Gsellschaft unterstützen will, kann dies direkt auf dieser Internetseite tun:http://www.alemannisch.de