Es war einmal im Jahr 1986. Der damalige Bundesminister für Arbeit und Soziales, Norbert Blüm, ging mit dem Satz „Die Rente ist sicher“ in die Geschichte ein. Dass die Gruppe „Berta Epple“ diesen Satz nun für ihr aktuelles Programm wählte, ist für frei schaffende Künstler eigentlich ein Widerspruch in sich. Oder doch nicht? Jedenfalls sind die Brüder Gregor und Veit Hübner mit Bobbi Fischer seit rund 30 Jahren auf der Bühne, teils auch in anderen Besetzungen. Dass sie im Jahr 2019 den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg bekommen haben, war höchste Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Seit dem Gastspiel des Trios „Berta Epple“ im Kulturzentrum Gems wissen wir nun auch, warum sich das Trio diesen Namen gegeben hat. Die Schwäbin Berta Epple und ihr Mann Karl waren in den 1950er-Jahren Vorreiter bei der Einführung der Personenschifffahrt auf dem Neckar. Von ihrem Heimathafen aus gastierten Gregor und Veit Hübner sowie Bobbi Fischer nun also im Kulturzentrum Gems und zogen das Publikum mit Tempo, Spielfreude und musikalischer Perfektion von Anfang an in ihren Bann.

Multi-Instrumentalisten auch mit Ukulele, Bongos und Mini-Mundharmonika

Sie beherrschen ihre Hauptinstrumente Geige (Gregor Hübner), Kontrabass (Veit Hübner) und Klavier (Karl Albrecht „Bobbi“ Fischer) mit einer großen Leidenschaft und Brillanz, doch auch besondere Instrumente wie Mandoline, Akkordeon, Ukulele, Bongos oder eine Mini-Mundharmonika haben die Multiinstrumentalisten drauf. Und natürlich ist auch ein Stück von Astor Piazzolla dabei. Schließlich haben die Musiker vor „Berta Epple“ bis 2012 jahrelang in der Gruppe „Tango Five“ gespielt.

Das könnte Sie auch interessieren

Norddeutscher Kartoffelsalat? Ein No-Go für die Urschwaben

Dass die drei Künstler Urschwaben sind, wird klar, als sie ihre Songs über schwäbischen Kartoffelsalat zelebrieren. Diesen können in ihrer Heimat aber nur Migrantinnen wie Ayse aus Afghanistan oder Mary aus Irland richtig zubereiten. Ayse hütet ihr Rezept und verrät den Männern nur so viel: „Nehmt Sieglinde oder Selma und kocht mit viel Gefühl.“ Besonders lustig, wie sie zu der Melodie von „What shall we do with a drunken sailor“ den Kartoffelsalat-Song umdichten. Was für die Drei gar nicht geht, ist die Kartoffelsalat-Variante, die wohl nördlich der Main-Linie bevorzugt wird. Ein No-Go!

Das könnte Sie auch interessieren

Übrigens spielt das Trio ihr Programm noch mal am Donnerstag, 2. April, im K9 in Konstanz.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.