Singen Inklusives Projekt am Klinikum geht weiter

Eine Gruppe Ehrenamtlicher engagiert sich für mehr Begleitung für behinderte Klinikums-Patienten. Sie will ein ausgelaufenes, vom Land gefördertes Projekt fortsetzen. Die Klinikleitung zeigt sich aufgeschlossen.

Das Projekt "Inklusives Krankenhaus" ist erfolgreich abgeschlossen worden. Doch es geht gleich nahtlos mit einem Ehrenamtsprojekt weiter: "Zweite Hilfe inklusive". Damit soll eine gute Begleitung von Menschen mit Behinderung im Krankenhaus erreicht werden.

"Ich hasse Krankenhaus" – diese drastischen Worte hatte Krankenhausseelsorger Christoph Labuhn vor Beginn des Abschlussfestes des Projekts Inklusives Krankenhaus aufgeschnappt. Natürlich will niemand ins Krankenhaus, aber dennoch brauche man es, so Labuhn. Vor gut einem Jahr hat sich der Caritasverband Singen-Hegau gemeinsam mit dem Singener Klinikum auf den Weg gemacht, eine gute Begleitung für Menschen mit Behinderung aufzubauen. Dieser Vorschlag, der von Angehörigenvertretern gekommen war, stieß bei der Klinikverwaltung auf große Begeisterung, so Klinikgeschäftsführer Peter Fischer.

Nachdem das einjährige Projekt nun beendet ist, sei sie oft gefragt worden, ob es sich gelohnt habe, sagte Projektleiterin Gisela Zoder, beim Caritasverband Leiterin für Stationäres Wohnen. Ihre Antwort: "Wenn man achtsam miteinander umgeht, lohnt sich das immer." Die Projektgruppe habe mit Klinikums-Vertretern über die Besonderheiten gesprochen, die für Menschen mit Behinderung wichtig sind. Eine Handreichung unter dem Motto "Händel mein Handicap" überreichten Projektteilnehmer an Pflegedirektorin Petra Jaschke-Müller und ihre Stellvertreterin in Singen, Martina Feldmann.

Martina Kaiser, Leiterin des Verbunds ambulantes Wohnen beim Caritasverband, berichtete über den Klinik-Check, den die Gruppe mit Franz Götz vom Bereich Arbeitssicherheit im Klinikum durchgeführt hat. Auch die Singener Behindertenbeauftragten Helga Schwall und Klaus Wolf und der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Oswald Ammon, gaben Tipps. "Grundsätzlich ist das Klinikum in Singen relativ barrierefrei", so Martina Kaiser. "Wir haben aber schon ein paar Kleinigkeiten gefunden", ergänzte Franz Götz. So seien zur besseren Orientierung teilweise neue Hinweisschilder aufgestellt worden. Auch gebe es nun eine Beschilderung für einen barrierefreien Weg zum Haupteingang. Die Fahrstuhlansagen und die taktilen Informationen für Sehbehinderte könnten noch optimiert werden. "Das neue Piktogramm beim Haupteingang ist eine tolle Verbesserung", sagte Martina Kaiser.

Für eine Schulung der Behinderten zum Umgang mit der Situation, wenn sie ins Krankenhaus müssen, wurde das Caritas-Projekt "Klaro" mit einbezogen. Auch seien die Mitarbeiter des Klinikums geschult worden, sagt Zoder. In diesem Jahr seien noch drei Schulungen geplant, davon eine mit dem Thema "Leichte Sprache". Und zusammen mit Gabi Schlicht-Steiner von der Unterstützten Kommunikation im Hegau-Jugendwerk Gailingen wurden Kommunikationshilfen für Menschen, die nicht sprechen, erarbeitet. Beim ersten Treffen der neuen Ehrenamtsgruppe waren bereits zwei Dutzend Teilnehmer da, berichtete Martina Kaiser. Mit Martina Beyl (22) gebe es auch schon eine Gruppenleiterin.

Die Initiative

Im Projekt "Inklusives Krankenhaus", das das baden-württembergische Sozialministerium bezuschusste, arbeiten der Caritasverband Singen-Hegau und der Gesundheitsverbund des Landkreises Konstanz zusammen. Die ehrenamtliche Initiative "Zweite Hilfe inklusive" will die Arbeit nun fortführen. Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit hat, kann sich per E-Mail: zweitehilfe@caritas-singen-hegau.de oder Telefon (0 77 31) 96 97 04 90 melden.

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