Die zentrale Notaufnahme (ZNA) im Klinikum Singen wird aufgewertet und zu einer fachlich unabhängigen Organisationseinheit umgebaut. Volker Steinecke wurde zum Anfang des Jahres als Chefarzt ernannt, unter seiner Leitung soll die Abteilung ZNA neu strukturiert werden.

Ziel soll es sein, Prozesse weiter zu optimieren und für mehr Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit zu sorgen. Steinecke war bis Dezember Oberarzt in der Zentralen Notfallaufnahme des Schwarzwald-Baar-Klinikums Villingen-Schwenningen, die in diesem Bereich als Vorzeige-Einrichtung gilt.

Mehr Patienten und neue Gesetze

"Grund für die Neustrukturierung der ZNA ist die stetig wachsende Zahl der Patienten und neue gesetzliche Vorgaben", erklärte Geschäftsführer Peter Fischer beim Pressegespräch. Die neue Regelung schreibt ein dreistufiges System aus Basis-Notfallversorgung, erweiterte und umfassende Notfallversorgung für alle Krankenhäuser vor. Steinecke kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, als Facharzt für Innere Medizin war er als Notfall- und Intensivmediziner und leitender Notarzt tätig. Unter zehn Bewerbern fiel die Wahl einstimmig auf ihn.

30 000 Notfallpatienten pro Jahr

Wie Fischer mitteilte, wurde die Notfallaufnahme im Singener Klinikum 2018 von 30 000 Patienten aufgesucht, innerhalb von sechs Jahren sei das eine Steigerung von 6000 Patienten gewesen. "Wir sind sehr froh, dass er kommt", sagte Professor Andreas Trotter als Chef der Kinderklink. Bei 30 000 Patienten sei ein erfahrener Chefarzt nötig. Trotter ist überzeugt, dass durch weitere Maßnahmen nach der jetzigen Mittelstufe die höchste Qualitätsstufe, die umfassende Notfallversorgung, erreicht wird.

Der 47-jährige Steinecke hat die Mitarbeiter schon kennengelernt und geht mit Eifer an die Umsetzung. Dazu gehört auch die Ausstattung einer Bettenabteilung für die Notfallaufnahme, für die die Pläne schon vorliegen. Laut Vorgabe müssen mindestens sechs Betten zur Beobachtung zur Verfügung stehen, um die Patienten, wenn nötig, an die entsprechenden Klinik-Abteilungen in stationäre Behandlung weiterzuleiten.

Ausbau soll im laufenden Jahr starten

Wie Fischer mitteilte, ist eine sogenannte Kurzliegerstation mit zehn Betten in der ehemaligen Radiologie geplant. Mit dem Bau werde im Laufe des Jahres begonnen. Finanziert wird der Ausbau der Notfallaufnahme aus Zuschüssen der Landesregierung, des Landkreises und einem Eigenanteil.

Fischer betonte, dass die Neuausrichtung keine Konkurrenz zu niedergelassenen Ärzten darstelle. 60 Prozent der Notfall-Patienten würden ambulant versorgt und schnell wieder an die Ärzte abgegeben.