Der Autor Matthias P. Gibert kann seine Zuhörer unterhalten. Bevor er in der Siedlergemeinschaft im Rahmen des Krimisommers aus seinem brandneuen Buch "Tödlicher Befehl" zu lesen begann, richtete er den Appell an die Küche: "Lassen Sie mir die letzte Portion Kartoffelsalat." Das konnte Christian Siebold ihm nicht versprechen: Nachdem nur zehn Karten im Vorverkauf weggingen, hatte der Vorsitzende nicht mit so vielen Zuhörern – 40 waren gekommen – gerechnet.

Der Krimi "Tödlicher Befehl" ist das 18. Buch von Gibert, es spielt wie seine vorherigen Romane in Kassel. Dort wohnt er und kennt sich aus. Wie Gibert erzählte, lasse er seine Kommissare auch mal wegfahren, aber nicht ins Allgäu, wie sein Verleger ihm schon mal vorschlug. "Die sollen arbeiten und nicht urlauben", erklärte er den Zuhörern. Er stellte auch gleich klar, dass es den Kommissar Paul Lenz nicht mehr gebe, der sei im 16. Buch bei der Klärung eines Falles gewaltsam zu Tode gekommen. Er wähle gerne außergewöhnliche Todesarten, meinte der Autor und schmunzelte.

Auto geht in Flammen auf

In seinem neuen Buch greift Gibert das politisch brisante Thema der deutsch-türkischen Beziehungen auf. Im Mittelpunkt steht der türkischstämmige Lokalpolitiker Okan Schulze, dessen Auto nach einer Reparatur in Flammen aufgeht. Ein Sachverständiger bestätigt den Verdacht der Ermittler Thilo Hain und Pia Ritter: Der Unfallwagen wurde manipuliert. Der Anschlag galt nicht der Familie, die im Auto umkam, sondern Schulze. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang und müssen bald erkennen, dass dieser Fall bis in die höchsten Kreise der türkischen Regierung hineinreicht.

Matthias P. Gibert hat eine außergewöhnliche Biografie. Nach einer kaufmännischen Ausbildung baute er ein Motorradgeschäft auf, stieg 1993 aus dem Unternehmen aus und entwickelt und leitet seit 1995 Seminare in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre. Mit seiner Frau erarbeitete er ein Konzept zur Depressionsprävention. Seit 2009 ist Gibert hauptberuflich Autor.