Groß ist zwar der Ärger über die kleine Nachbarstadt am See, deren Namen bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft (IG) Singen Süd niemand in den Mund nehmen wollte. Noch größer ist aber die Motivation: Auch wenn just zur großen Leistungsschau im Jubiläumsjahr, die schon Jahre im Voraus terminiert gewesen sei, auch Radolfzell am 5. Mai einen verkaufsoffenen Sonntag plane, wollen sich die Aktivisten aus der Südstadt davon nicht unterkriegen lassen und planen Großes: "Mit unserer Helikopteraktion werden wir Aufsehen erregen", gibt sich der IG-Vorsitzende Dirk Oehle selbstbewusst.

Das könnte Sie auch interessieren

Gemeinsam mit dem SÜDKURIER als Medienpartner, Wochenblatt und Radio7 soll eine Familie zum Einkaufen in die Stadt eingeflogen werden. Der Flug für drei Personen soll samt einem Einkaufsgutschein über 1000 Euro beim Südstadt-Fachhandel Hem-Expert verlost werden. Noch werde am genauen Ablauf des Gewinnspiels gefeilt, aber schon bald soll die Aktion abheben.

Das Jubiläum nehmen die Mitglieder zum willkommenen Anlass, sich einmal gegenseitig auf die Schultern zu klopfen, denn vieles wurde erreicht, um die Infrastruktur in Singens Süden auszubauen, sei es in Sachen Verkehr, Konzeption oder auch Breitband.

Einen besonderen Dank richteten dabei die Vertreter des Standortmarketingvereins Singen aktiv an die Macher im Süden: Nach anfänglichen Jahren der Konfrontation mit dem Innenstadthandel sei inzwischen längst klar, dass die Verzahnung gelungen sei. "Wir brauchen uns gegenseitig", betonte Oehle im Blick auf die Besucher vom City-Ring aus der Innenstadt. Längst habe es sich bewährt, dass sich die ganze Stadt von Nord bis Süd an den verkaufsoffenen Sonntagen beteilige. "Aus Verbrauchersicht ist das richtig, denn die Kunden wollen es so", betonte Singen-aktiv-Präsident Gerd Springe.

"Die Interessengemeinschaft hat viel erreicht."Friedhelm Möhrle, Gründungsvorsitzender der IG Süd und ehemaliger Oberbürgermeister von Singen
"Die Interessengemeinschaft hat viel erreicht."Friedhelm Möhrle, Gründungsvorsitzender der IG Süd und ehemaliger Oberbürgermeister von Singen | Bild: Karin Zöller

Zur Versammlung im Jubiläumsjahr konnte einmal mehr Thüga-Chef Markus Spitz als Hausherr viele Vertreter der über 100 Mitglieder begrüßen. "Die Thüga ist zu unserem Vereinsheim geworden", dankte Oehle dem Gastgeber. Kassier Roland Striebel präsentierte die Bilanz. Bewusst habe man in den vergangenen Jahren gespart, um nun zum Fest 50 000 Euro auf der hohen Kante zu haben. Damit sollen eine Festschrift, der Festakt selbst und Aktionen zur Leistungsschau finanziert werden.

Oberbürgermeister Bernd Häusler richtet den Blick zurück: Spannende Zeiten seien es vor 25 Jahren gewesen. Ein Seitenblick ging dabei zu seinem Vor-Vor-Vorgänger Friedhelm Möhrle, der damals Einsatz gezeigt habe, um die Gräben zwischen City-Ring und Südstadtinteressen nicht zu tief werden zu lassen. Am Ende sei es mit der Gründung von Singen aktiv gelungen, eine Klammer zu schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Doch auch wenn viele Aufgaben in den Jahren erledigt werden konnten, so bleibe die Interessengemeinschaft wichtig. Denn der Standort Singen biete nicht nur viele Chancen, sondern sei auch für die Wirtschaft von großem Interesse. Das zeige sich daran, dass die Stadt derzeit alle Gewerbeflächen vermarktet habe. "Wir sind auf Grundstückssuche", bat OB Häusler die Wirtschaftsvertreter anzuzeigen, wenn Flächen frei werden. Neue Konzepte würden gerade erarbeitet, um Grundstücksbesitzer bei Entwicklungsflächen als Partner mit ins Boot zu holen.