Singen – Von New York nach Singen: über 6300 Kilometer nahm Laura Chaplin für den guten Zweck auf sich. Der Singener Sprachheilkindergarten und die Tamala Clownschule in Konstanz haben sich für ihr Kooperationsprojekt prominente Hilfe geholt. Die Enkelin des Komikers Charlie Chaplin übernimmt die Schirmherrschaft der Mutmachstunde, die nach den Sommerferien neu starten soll. Sie ist von der positiven Wirkung der Clown-Arbeit wie auch von einem Heilungsprozess durch Lachen überzeugt. "Mein Großvater war das beste Beispiel dafür, dass Taten mehr sagen als Worte", betonte Laura Chaplin. Das Projekt sei ihr ein großes Anliegen, erklärte Laura Chaplin. "Ich möchte die Zukunft der Kinder durch Freude und Lachen verbessern", sagte sie. Wie das gehen kann, veranschaulichte der Besuch von Sandra Schüssler als Pipilotta und Andrea Hauser als Citronella. Die beiden ausgebildeten Clowns von Tamala sollen beim Projekt in Singen zweimal im Monat zum Einsatz kommen.

2004 fand die erste Mutmachstunde im Sprachheilkindergarten statt. Aus dem erfolgreichen Pilotprojekt entstand eine Kooperation mit regelmäßigen Einsätzen der Clowns. "Viele Probleme oder deren Ursachen konnten mithilfe der Clowns gelöst werden", erklärt Gisela Sohn, die den Kindergarten seit den Anfängen in 1980 leitet. Bei den 20 sprachbehinderten Kindern, die die Einrichtung täglich vormittags besuchen, spricht sie von meist schwierigen Fällen.

Die Kinder im Sprachheilkindergarten haben Spaß beim Spiel mit Clown Citronella (Mitte). Darüber freuen sich (auf der Bank v.l.): Udo Berenbrinker (Inhaber Clown-Schule), Schirmherrin Laura Chaplin und Bürgermeisterin Ute Seifried. Bild: Karin Zöller
Die Kinder im Sprachheilkindergarten haben Spaß beim Spiel mit Clown Citronella (Mitte). Darüber freuen sich (auf der Bank v.l.): Udo Berenbrinker (Inhaber Clown-Schule), Schirmherrin Laura Chaplin und Bürgermeisterin Ute Seifried. Bild: Karin Zöller

Udo Berenbrinker, Gründer der Tamala Clownschule, freut sich über viele Erfolge. Die Besonderheit von Clowns sei unter anderem durch deren Unbeholfenheit, Lebenslust, Freude und Spontaneität bedingt. "Kinder empfinden Clowns als Freunde, fassen Vertrauen und öffnen sich", erklärt er. Bis dahin könne es unterschiedlich lange dauern. Aber es funktioniere bei jedem Kind, betont Berenbrinker. Aus Mangel an finanziellen Mitteln musste das Projekt 2012 beendet werden. Die Finanzierung für den geplanten Neustart ist noch nicht gesichert. Zur Realisierung des vorerst auf zwei Jahre angelegten Projekts fehlen noch 20 000 Euro. "Wir suchen nach weiteren Sponsoren", betont Gisela Sohn. Bürgermeisterin Ute Seifried befürwortet die Mutmachstunde und begrüßt die geplante Evaluation. Dieser Nachweis sei wichtig – gerade auch, wenn es um Zuschüsse gehe, betont sie.

Sie hoffen auf Unterstützung für das Clown-Projekt im Sprachheilkindergarten (hinten v.l.): Leiterin Gisela Sohn, Udo Berenbrinker (Inhaber Clown-Schule), Schirmherrin Laura Chaplin, Bürgermeisterin Ute Seifried sowie (vorne v.l.) die Clowns Citronella und Pipilotta. Bild: Karin Zöller
Sie hoffen auf Unterstützung für das Clown-Projekt im Sprachheilkindergarten (hinten v.l.): Leiterin Gisela Sohn, Udo Berenbrinker (Inhaber Clown-Schule), Schirmherrin Laura Chaplin, Bürgermeisterin Ute Seifried sowie (vorne v.l.) die Clowns Citronella und Pipilotta. Bild: Karin Zöller

Das Projekt

Bei der Mutmachstunde findet zweimal im Monat ein Clown-Besuch statt. Mit dem Projekt sollen heilsame Effekte von Humorerlebnissen genutzt werden um bei sprachbehinderten Kindern die Kommunikationsfähigkeit zu fördern, das Selbstwertgefühl zu stärken und Sprechängste vergessen lassen. Zur Finanzierung werden weitere Sponsoren gesucht.Kontakt: Sprachheilkindergarten Singen, Telefon 07731 / 47620, E-Mail: mail@sprachheilkindergarten-singen.schule.bwl.de

Spendenkonto: Stadtkasse Singen bei der Sparkasse, IBAN: DE93 6925 0035 0003 0615 12 oder bei der Volksbank, IBAN: DE89 6949 0000 0000 0200 10, Stichwort: Sprachheilkindergarten Clown. (zöl)