Nach zwei Jahren Bauzeit wird am Samstag das ökumenische Hospiz- und Palliativzentrum Horizont für den Landkreis Konstanz eingeweiht. Das gesamte Ensemble liegt auf dem Wetzstein-Areal in der östlichen Innenstadt und umfasst die alte, denkmalgerecht sanierte Villa Wetzstein, das grüne Haus sowie den Neubau, in dem die Gästezimmer untergebracht sind.

„Wir haben hier ein wohl einmaliges Ensemble geschaffen“, sagt Oberbürgermeister Bernd Häusler, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats von Horizont ist. Für die Vorsitzende des Hospizvereins, Irmgard Schellhammer, erfüllt sich nun ein lang gehegter Traum, denn der vor 25 Jahren gegründete Verein hatte schon damals das Ziel, ein Hospiz zu installieren.

Für den Bau und Betrieb des stationären Hospizes und den Dienst von Palliativ daheim (die spezialisierte ambulante Palliativversorgung SAPV) wurde im April 2016 eine gemeinnützige gGmbH gegründet, an der der Caritasverband Singen-Hegau sowie das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenbezirks Konstanz als Träger beteiligt sind. Die ersten Gäste im stationären Hospiz werden voraussichtlich ab September einziehen. Die Fachkräfte, die fast alle gefunden sind, werden ab Mitte August ihren Dienst im Hospiz beginnen.

Im ersten Bauabschnitt war die alte Villa Wetzstein saniert worden. Im Januar 2018 waren der Hospizverein Singen und Hegau sowie das Team von SAPV dort eingezogen. Dieser denkmalgerechte Umbau kostete rund 1,7 Millionen Euro, wovon knapp eine Millionen Euro aus dem Sanierungszuschuss für die östliche Innenstadt kamen. Der Zuschuss kam zu 60 Prozent vom Land und zu 40 Prozent von der Stadt.

Im Neubau finden schwerkranke Menschen für ihre letzte Lebenszeit einen Platz, um diese Zeit in Würde verbringen zu können. Dafür wurden neun Plätze in Einzelzimmern geschaffen. Sie werden von Palliative Care Fachkräften und anderen Fachleute sowie von Ehrenamtlichen bestmöglich betreut. Das Team des Hospizes Horizont besteht aus 15 Mitarbeitern und wird von Iris Eggensberger geleitet. Sie ist auch für „Palliativ daheim“ zuständig, worüber Menschen in häuslicher Umgebung betreut werden.

Das Hospiz Horizont stellt auch einen zentralen Trauerort dar, um die menschliche Erfahrung von Sterben, Tod und Trauer aufzugreifen. Im Rahmen des Projektes „Trauerort“ soll gemeinsam mit Flüchtlingen und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ein 100 Quadratmeter großer Gartenbereich gestaltet werden. Die Eröffnung ist für den Herbst/Winter 2019 geplant. Im Ostteil des Neubaus befindet sich auch ein Raum der Stille, der von dem Künstler Bernhard Maier aus Sigmaringen gestaltet wurde.

Im Erdgeschoss des Neubaus bietet ein großer Veranstaltungsraum Platz für Begegnungen und Seminare, Lesungen oder Konzerte. Im Erdgeschoss des „grünen Hauses“ wird außerdem ein Café eingerichtet, das im Herbst eröffnet wird. Alle Räume sind barrierefrei erreichbar.

Die Gesamtkosten für den Neubau sowie die Sanierung des „grünen Hauses“, die vom Architekturbüro Riede aus Singen geplant wurde, belaufen sich auf 5,6 Millionen Euro, wovon der größte Teil für das stationäre Hospiz benötigt wurde. Für den Neubau und die Sanierung des „grünen Hauses“ haben 55 Unternehmen aus der Region hervorragende Arbeit geleistet. Besonders die Sanierung des „grünen Hauses“ war eine Herausforderung, da die Erdgeschosshöhe der Höhe des Neubaus angepasst werden musste.

Die Horizont gGmbH hat für die Umsetzung größere Spenden bekommen, zum Beispiel vom Hospizverein Singen und Hegau (250000 Euro) oder das Deutsche Hilfswerk (300000 Euro). Dennoch ist man weiterhin auf Spenden angewiesen.

 

<p>An der Ecke Thurgauer Straße/Hegaustraße ist das Hospiz Horizont entstanden. Links ein Teil des Neubaus, in der Mitte das „grüne Haus“ und rechts im Hintergrund ein Teil der Villa Wetzstein. <em>Bild: Susanne Gehrmann-Röhm</em></p>

An der Ecke Thurgauer Straße/Hegaustraße ist das Hospiz Horizont entstanden. Links ein Teil des Neubaus, in der Mitte das „grüne Haus“ und rechts im Hintergrund ein Teil der Villa Wetzstein. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Das Hospiz Horizont

 

  • Die Einweihung beginnt am Samstag, 20. Juli um 10.30 Uhr mit einem Festakt und ökumenischen Impuls in der Kirche St. Peter und Paul, Hauptstraße 58. Um 12.30 Uhr pflanzen Bürgermeister aus dem Landkreis einen Baum im Innenhof. Von 13 bis 17 Uhr findet der Tag der offenen Tür statt. Führungen sind von 13 bis 16 Uhr.
  • Spendenkonten: Horizont – Ökumenisches Hospiz- und Palliativzentrum, IBAN: DE 04 692500351055152662, BIC: SOLADES1SNG

Hospizverein Singen und Hegau e.V., IBAN: DE 496925003500034620 41, BIC: SOLADES1SNG

Informationen im Internet:
http://www.horizont-hospizzentrum.de

„Wir haben hier ein wohl einmaliges Ensemble
geschaffen.“

Bernd Häusler, Oberbürgermeister der Stadt Singen und
Vorsitzender des Aufsichtsrats von Horizont