Die Konzerte des Hohentwielfestivals 2019 finden auf dem Rathausplatz in Singen statt, da die Festungsruine auf dem Hausberg wegen eines schweren Steinschlags gesperrt ist. Der Rathausplatz hat sich schon bei zahlreichen Open-Air-Veranstaltungen bewährt. Veranstalter der vier Konzertabende mit „Dream Theater“, Wincent Weiss, James Morrison sowie „In Extremo“ und „Fiddler’s Green“ ist Vaddi Concerts aus Freiburg.

  • „Dream Theater” und Support „Distance Over Time“ am Montag, 22. Juli, 19 Uhr: Mit weltweit insgesamt 15 Millionen verkauften Platten und zwei Nominierungen für den „Grammy“ Award ist „Dream Theater“ eine der erfolgreichsten Progressive-Metal-Bands. Mit „Distance Over Time“, dem 14. Studio-Album, stiegen die US-Amerikaner im Frühjahr auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein.

Für ihr neuestes Album „Distance Over Time“ ging die Progressive-Metal-Band ungewohnte Wege. Die Mitglieder von „Dream Theater“ zogen sich für vier Monate ins abgeschiedene Monticello im US-Bundesstaat New York zurück, um dort in den Yonderbarn-Studios gemeinsam zu arbeiten. Heraus kam eine ausgesprochen organische Platte, welche die Band zurück zu ihren Wurzeln führt. „Distance Over Time“ befasst sich mit schwierigen Themen, spiegelt aber auch den Spirit, die Freude und die Leidenschaft wider, die „Dream Theater“ ebenso als Live-Band auszeichnet. Das Quintett mit James LaBrie (Gesang), John Petrucci (Gitarre), Jordan Rudess (Keyboard), John Myung (Bass) und Mike Mangini (Schlagzeug) ist seit jeher für seine energiegeladenen Konzerte bekannt. Auch auf dem Rathausplatz Singen werden sich die leidenschaftliche „Dream-Theater“-Fangemeinde und alle Musikliebhaber davon überzeugen können.

  • Wincent Weiss „Irgendwie Anders“ am Donnerstag, 25. Juli, 19 Uhr: Passender Soundtrack für die großen emotionalen Momente im Leben gesucht? Wincent Weiss gefunden! „Da müsste Musik sein, überall wo du bist!“: Mit seiner 2016er-Single „Musik Sein“ hat Wincent Weiss viel mehr als eine künstlerische „Duftmarke“ gesetzt. Die musikalische Hymne auf die Liebe avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Hits! Eine kometenhafte Karriere, möchte man meinen. Und doch ist es eine Karriere, die gewachsen ist. Vom Traum eines schüchternen Teenagers im schleswig-holsteinischen Städtchen Eutin zu den Live-Auftritten eines mittlerweile 24-jährigen Wahlberliners mit eigener Band vor mehreren hunderttausend Menschen. Danach folgte der erste Schritt in die Unabhängigkeit. Auf seiner Solo-Debüt-Single „Regenbogen“ zeigte er sich erstmals als moderner, Pop-gewandter „Songpoet“.

In welch großer Vielfalt er dieses Metier beherrscht, beweisen die insgesamt 13 Songs seines Debut-Albums „Irgendwas Gegen Die Stille“. Sie erzählen Geschichten, auf eigenen Erfahrungen und eigenen Gedanken beruhen. Sie teilen Emotionen und Stimmungen. Mal euphorisch laut, mal nachdenklich leise. Aber immer „unter die Haut“. Denn sie liefern Nachvollziehbarkeit. Nicht nur in den Lebens- und Gefühlswelten zwischen Teen und Twen. Songs, die man mühelos mit besonderen Lebensmomenten verbinden kann und die das Potential haben zum Soundtrack des eigenen Lebens zu werden.

  • James Morrison „You’re Stronger Than You Know“ am Samstag, 27. Juli, 19 Uhr: Als der Sänger und Songwriter James Morrison 2006 auf dem Radar der internationalen Musiklandschaft erschien, konnte niemand – und schon gar nicht Morrison selbst – seine Modellfunktion vorhersehen. Denn viele gleichgesinnte Musiker, darunter Sam Smith, Ed Sheeran, George Ezra oder James Bay, folgten dem Bühnen-Vorbild eines gefühlvollen und trotzdem stimmgewaltigen Sängers mit Gitarre und dominierten in den Folgejahren die Charts. Der Wegbereiter selbst bleibt zurückhaltend und sagt: „Ich war glücklicherweise einfach einer der ersten“. Der bescheidene Brit-Award-Gewinner (2007) verkaufte bis heute über sieben Millionen Platten mit Hits wie „Wonderful World“, „You Give Me Something“ und dem Duett „Broken Strings“, das er gemeinsam mit Nelly Furtado aufgenommen hatte.

Nach vierjähriger Pause hat James Morrison im März sein fünftes Studioalbum „You’re Stronger Than You Know“ mit zwölf emotionalen Songs über die Liebe und das Leben veröffentlicht. Dazu gehören auch düstere Momente. Der Sänger und Songwriter musste mehrere Todesfälle in der Familie verkraften und seine viele Arbeit hatte wohl auch die Beziehung zu seiner langjährigen Lebensgefährtin stark belastet. Ihr sind die beiden neuen Balladen „Power“ und „So Beautiful“ als Liebeserklärung gewidmet. Morrison selbst spricht vom besten Songmaterial seiner Karriere.

  • „In Extremo“ mit „Fiddler’s Green“ – „Carpe Noctem“ („Nutze die Nacht“) am Sonntag, 28. Juli, 18.30 Uhr: „In Extremo“ war schon mehrfach mit einem Riesenerfolg auf dem Hohentwiel zu Gast. Die Musiker selbst sind begeistert von der Festungsruine. Unter dem Motto „Carpe Noctem“ („Nutze die Nacht“) ist die Band diesen Sommer wieder auf Burgentour. Diesmal wird sie ihr Publikum am Fuße des Hohentwiels auf eine einzigartige Reise in ihre eigene musikalische Vergangenheit mitnehmen. Die Besucher dürfen sich auch auf einige schon lange nicht mehr gehörte Lieder freuen. Die Band ihrerseits ist schon jetzt voller Vorfreude: „Den Tag zur Nacht machen, mit unseren Fans ganz hautnah feiern, tanzen und singen, das ist es, was auch für uns die Burgentour immer zu einem ganz besonderen Ereignis macht. Pure Ausgelassenheit, den Alltag hinter sich lassen, in eine andere Welt eintauchen – genau so erleben wir unsere Shows auch selber“.

Das Doppelkonzert eröffnet „Fiddler’s Green“. Seit fast 30 Jahren ist die Gruppe so etwas wie das gallische Dorf unter den einheimischen Rockbands. Ihre Form des Widerstands gegen die herrschenden musikalischen Konventionen? Als deutsche Band verrockte irische Musik spielen. Anfangs immer mal wieder belächelt, kann sich das Sextett heute sich zurecht als eine der erfolgreichsten Bands des Landes bezeichnen.

50 Jahre „unser“ Hohentwiel: Das wird gefeiert

<p>Der Hohentwiel gehört seit 50 Jahren zu Singen. Seitdem gehört auch das Hohentwielfestival dazu. In diesem Jahr musste das Burgfest wegen Steinschlags in der Festung leider abgesagt werden. Die Konzerte finden auf dem Rathausplatz statt. <em>Bild: Claudio Baviello</em></p>

Der Hohentwiel gehört seit 50 Jahren zu Singen. Seitdem gehört auch das Hohentwielfestival dazu. In diesem Jahr musste das Burgfest wegen Steinschlags in der Festung leider abgesagt werden. Die Konzerte finden auf dem Rathausplatz statt. Bild: Claudio Baviello

Aufgrund seiner wechselhaften Geschichte war der Singener Hausberg Hohentwiel jahrhundertelang eine württembergische Exklave. Erst zum 1. Januar 1969 wurde dies per Gesetz bereinigt und der Hohentwiel der Gemarkung Singen zugeordnet. Die Freude über die Eingemeindung war bei der Singener Bevölkerung groß und Anlass, jährlich ein Hohentwielfest abzuhalten.

2019 würdigt die Stadt Singen die Eingemeindung des Hausbergs vor 50 Jahren und auch das 50. Hohentwielfestival. Dieses zählt zu den traditionsreichsten Open-Air-Veranstaltungen in Baden-Württemberg. Das Hohentwielfestival pausierte seit 1969 nur einmal wegen der Landesgartenschau im Jahr 2000 in Singen mit einer mehrmonatigen Programmfülle auf einem Gelände am Fuße des Berges. Dieses Jahr allerdings mussten wegen eines schweren Steinschlags in der Festungsruine das Burgfest abgesagt und die Konzerte des Hohentwielfestivals von der Karlsbastion auf den Rathausplatz in Singen verlegt werden. Das zweitägige Burgfest zum Jubiläum soll mit dem ursprünglich geplanten Kleinkunst- und Musikprogramm – vorbehaltlich der Genehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg – im kommenden Jahr am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Juli, nachgeholt werden. Das hat der Singener Gemeinderat am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen.

Der Kulturschwerpunkt zur Eingemeindung des Hohentwiels vor 50 Jahren soll insbesondere nachhaltige Projekte fördern. So wurde an Ostern der „Hontes-Bus“ gestartet, der regelmäßig Besucher gratis bis zur Domäne und zurück bringt. Der Bus fährt bis 6. Oktober jeweils an Samstagen, Sonn-und Feiertagen. Die Stabsstelle Tourismus und das Kulturbüro erarbeiten derzeit zwei neue Audio-Guides. Diese sollen den Besucherinnen und Besuchern auf dem Hohentwiel echte Erlebnisse bieten, Informationen und Fakten liefern und dabei Erwachsene und Kinder gleichermaßen unterhaltsam durch die Ruine oder über den Vulkanpfad führen. Wann die Festungsruine wieder besucht werden kann, ist derzeit noch offen. Die zuständige Landesstelle Vermögen und Bau arbeitet mit hoher Priorität daran, diese wieder sicher zu machen.

Eine Ausstellung im Kunstmuseum Singen unter dem Titel „HTWL. Den Twiel im Blick.“ über die bildliche wie künstlerische Darstellung des Berges und der Festung Hohentwiel von den Anfängen bis heute zeigen das Kunstmuseum und das Stadtarchiv ab Sonntag, 13. Oktober. Begleitend zur künstlerischen Adaption in diversen Epochen soll die touristische Nutzung und Vermarktung sowie die Darstellung des Hohentwiels in der Reiseliteratur und Belletristik betrachtet werden. Aufbauend auf den städtischen Beständen wie der Stichsammlung im Stadtarchiv, den Landschaftsbildern des Hegaus und des Bodensees seit 1900 im Kunstmuseum sowie der Sammlung zu Joseph Victor von Scheffels Roman „Ekkehard“ in den Städtischen Bibliotheken ist mit weiteren Werken von privaten und öffentlichen Leihgebern eine Ausstellung mit rund 150 bis 180 Archivalien und Kunstwerken aus dem Zeitraum vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Gegenwart geplant. Im Nachgang zur Ausstellung wird die Stadt Singen ein Buch herausgeben, das die bildliche Darstellung des Berges und der Festung Hohentwiel erstmals umfassend dokumentieren.

Der Briefmarken- und Münzsammlerverein Singen 1919 hat zu Ehren des Hohentwiels einen Jubiläums-Kleinbogen mit Abbildungen des Bergs und der Festungsruine herausgegeben. Dieser kann zum Preis von 17 Euro beim Vereinsvorsitzenden Michael Bandel (E-Mail: michael.bandel@briefmarkenverein-singen.de) bestellt werden. Ebenso kann man diesen Bogen im Informationszentrum auf dem Hohentwiel und in der Tourist Information Singen in der Stadthalle und in der Marktpassage kaufen.

Informationen zum Kulturschwerpunkt „50 Jahre unser Hohentwiel“: http://www.50htwl.de

Hohentwielfestival

Das abgesagte zweitägige Burgfest zum 50. Jubiläum des Hohentwielfestivals soll mit dem ursprünglich geplanten Kleinkunst- und Musikprogramm – vorbehaltlich der Genehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg – im kommenden Jahr am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Juli, nachgeholt werden. Wegen eines schweren Steinschlags in der Festungsruine Hohentwiel mussten aus Sicherheitsgründen das am 20. und 21. Juli geplante Burgfest abgesagt und die Konzerte des Hohentwielfestivals von der Karlsbastion auf den Rathausplatz verlegt werden. Hier treten am Montag, 22. Juli, die Progressive-Metal-Band „Dream Theater“, am Donnerstag, 25. Juli, der deutsche Song-Poet Wincent Weiss, am Samstag, 27. Juli, der britische Sänger und Songwriter James Morrison sowie am Sonntag, 28. Juli, die deutschen Rockbands „In Extremo“ und „Fiddler’s Green“ in einem Doppelkonzert auf. Die ersten drei Konzerte beginnen um 19, das Doppelkonzert um 18.30 Uhr. Ein Ersatzkonzert, für den ursprünglich beim Burgfest geplanten Auftritt, spielt die Musikkapelle aus Partschin in Südtirol am Samstag, 20. Juli, 18 Uhr, auf dem Rathausplatz. Sie spielen auf Einladung des Blasorchesters Singen. Die Festungsruine Hohentwiel ist weiter gesperrt.