Sie werden in Singen fehlen. Wer immer einer der drei Hegner Kreuzschwestern in der Stadt oder auf dem Krankenhausgelände begegnete, erntete ein freundliches Grüß Gott, ein Lächeln oder eine Nachfrage.

"Fast 140 Jahre haben sich die Ordensfrauen des Klosters Hegne um die Kranken in der Hohentwielstadt gekümmert", erinnert die Sprecherin des Klinikverbundes, Andrea Jagode. "Jetzt zieht sich der Orden aus dem Singener Klinikum zurück. Die letzten drei Hegner Schwestern verlassen Anfang März das Haus." Die ersten Schwestern kamen 1880 nach Singen. Damals wurde in dem städtischen Armenhaus eine Krankenstation errichtet. Hegner Schwestern wurden für die Krankenpflege nach Singen berufen. "Damit waren die Ordensfrauen die Pionierinnen im Gesundheitswesen der Stadt", erinnert Andrea Jagode.

Die Stadt wuchs schnell. Ein Hospital mit Hauskapelle wurde am Standort des heutigen Amtsgerichtes in der Erzbergerstraße errichtet. Jetzt waren die Schwestern nicht mehr alleine für den Pflegedienst, sondern auch für die Krankenpflegeausbildung und den Wirtschaftsbereich (Küche) zuständig. Schon bald wurde auch dieses Haus zu klein und ein neues Krankenhaus mit 200 Betten unterm Hohentwiel gebaut. Beim Umzug im Juli 1928 waren die Schwestern längst unverzichtbar geworden. "Sie waren in der langen Zeit ihres Wirkens für viele Menschen auch ein Vorbild im Glauben", erklärt Andrea Jagode. "Sie gaben vielen Menschen Rückhalt und Hoffnung." Der Blick zurück zeige die enge Verbindung der Hegner Klostergeschichte mit Singen.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "90 Jahre Krankenhaus unterm Hohentwiel" findet am 23. Februar um 19 Uhr ein Nachtcafé im Turmsaal des Klinikums statt. Hier geht es unter dem Titel "Bleibendes – Heiteres – Inspirierendes" um das jahrzehntelange Wirken der Hegner Schwestern im Singener Krankenhaus. Barbara Paul vom SWR 2 wird die Gesprächsrunde moderieren, in der das Wirken der Ordensfrauen reflektiert wird. Der Abend wird unplugged von Professor Dieter Rühland am Saxofon begleitet.