Die Hegauer Narren starten am heutigen 11.11. mächtig durch. Dabei lassen sie durchaus unterschiedliche Bräuche aufleben. Gemeinsam haben sie, dass jede Zunft ihr eigenes Motto für die Fasnacht ausruft. Da wird im Vorfeld viel Hirnschmalz beansprucht, wobei sich letztlich meist das einfache Motto als närrisch besonders treffend erweist. Die Singener Poppele-Zunft treibt pünktlich ab 11.11 Uhr am Rathausplatz bei der Martini-Sitzung in der Gems ihren Schabernack und feiert dann abends in der Zunftschüür weiter. Die Gottmadinger Gerstensäcke hissen morgens ihre Fahne und bieten ab 19.30 Uhr in der Fahr-Kantine ein buntes Programm und lassen vor allem ihren Nachwuchs zum Zug kommen. Warmlaufen für die Kernfasnacht ist genauso angesagt wie bei der Narrenzunft Engen. Die legen erst am Eulalientag, dem ersten Sonntag nach Dreikönig, richtig los. Die Bietinger befreien ihren Strohbiber aus der Biber und umgarnen ihn, bis die Fasnacht endet. Den großen Höhepunkt bieten die Rielasinger Rattlinger. Die Laiendarsteller unterhalten mit ihren mittelalterlichen Narrenspielen auf der Burg Rosenegg ein großes Publikum köstlich. Wenn die Rattlinger das Stück "Die wählerische Prinzessin" aufführen, wird auf dem Rosenegg Roland Schoch schmerzlich fehlen. Der langjährige Narrenpräsident ist im Frühjahr überraschend im Alter von 52 Jahren verstorben.

Musik-Weltreise

Die Hegauer pflegen ihre Traditionen. Das gilt auch für die Musikvereine. Die bereiten sich intensiv auf ihre Jahreskonzerte vor. Holen sich die Fußballvereine vor der Saison ihren Feinschliff schwitzend in Trainingslagern, so ist es längst guter Brauch, dass musizierende Vereine bei Probewochenenden ihr Spiel perfektionieren wollen. So wie die Akteure des Musikvereins Welschingen. Die gehen bei ihrem Jahreskonzert am nächsten Samstag in der Hohenhewenhalle musikalisch auf Weltreise, geübt haben sie aber im heimischen Probelokal und dabei beim gemeinsamen Mittagessen und in der Café-Runde mit gespendeten Kuchen die Kameradschaft nachhaltig gestärkt.

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