Klar, es ist völlig ungerecht, dass Frauen für die gleiche Arbeit deutlich weniger Geld als Männer verdienen. Vor allem dann, wenn sie den Job noch besser erledigen. Die auf einen Tag beschränkte Aktion von sieben Singener Gaststätten, den Kaffee-Preis für Frauen herunterzusetzen, mag ja löblich sein, um mit großer Außenwirkung auf die sozialen Defizite innerhalb der Geschlechter hinzuweisen. Die Hegauer Fußball-Vereine nehmen aber in der Sache eine Vorbildfunktion an. Und das ist alles andere als eine Einmal-Aktion, sondern kehrt Woche für Woche wieder: In den Club-Gaststätten müssen die Frauen für den Kaffee oder andere Getränke zwar gleichviel wie Männer bezahlen, dafür erhalten sie – auch je nach Spielklasse – stark ermäßigten oder gar freien Eintritt zu den Spielen. Da lässt sich richtig Geld sparen. Wenngleich findige Club-Bosse auch bewusst darauf abzielen, Frauen und Familien in das Fußball-Geschehen miteinzubeziehen. Wenn es zu geselligen Treffs kommt, fördert dies auch die große Fußball-Gemeinschaft und den Umsatz der Clubheim-Wirte. Nun starten die Fußball-Vereine nach der Winterpause in immer mehr Klassen durch. Mal schauen, wieviele Frauen zu den Sportplätzen kommen und für femine Bereicherung sorgen. Bei derart schönen Eintrittsschnäppchen.

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