Bei vielen Herausforderungen heißt es: Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Beim Abitur ist das anders, denn das gibt es nur einmal. Schüler werden jahrelang darauf getrimmt, in den beiden Abschlussjahren und bei der entscheidenden Prüfung in Bestform zu sein. Es ist schließlich eine Reifeprüfung – nun besiegelt eine Unterschrift des Schulleiters den Eintritt ins Erwachsenenleben. Doch so tief das Tal der Analysis während der Vorbereitungen teils wirkt – im Rückblick ist es gar nicht so entscheidend. Denn was nur hier und da ältere Freunde oder Geschwister verraten: Später interessiert es gar nicht so sehr, ob man im Mathe-Abi nun die angemeldeten zwölf Punkte geschrieben hat oder doch nur neun. Auch weniger Punkte seien verziehen. Es kommen schließlich noch so viele Täler, die wir hinter uns lassen können, und vor allem so viele Berge, die dann einen fantastischen Ausblick bieten. Und so träumen einige Freunde und ich bis heute davon, dem Lehrer von damals zu erzählen, dass aus uns etwas geworden ist. Keine von uns hatte vor, Mathematikerin zu werden, eine ist doch im Finanzwesen gelandet und schlägt sich wacker. Abi? Hab i. Und nach meiner Mathenote hat noch keiner gefragt.

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