Die fünf SÜDKURIER-Wanderungen in den Sommerferien haben den Teilnehmern eindrucksvoll aufgezeigt, welch schöne Landstriche der Hegau zu bieten hat. Dafür gebührt den Wanderführern der Schwarzwaldverein-Ortsgruppen unseren herzlichen Dank. Sie verstanden es prächtig, interessante Themen einzubinden, wie beim Besuch von landwirtschaftlichen Höfen, die auch für Verköstigung sorgten. Obwohl fast durchweg in den Sommerferien große Hitze herrschte, mussten die Wanderer auf ihren Touren an Freitagabenden nur einmal – am Witthoh – mächtig schwitzen. Dafür goss es auf zwei Routen wie aus Kübeln. Das hielt aber die überwiegend ältere Wanderschar nicht davon ab, zumindest einen Teil der Touren zu bewältigen. Sie sind eben keine Weichlinge, sondern hartgesottene Zeitgenossen. Das mussten auch die mitwanderenden Redakteure und Mitarbeiterinnen des SÜDKURIER erkennen, die sich natürlich keine Wetter-Blöße geben wollten. Und eine Dame legte sogar noch ein beachtliches Zusatzpensum zurück, wenn auch unfreiwillig. Wegen eines zweiten Pressetermins hatte sie sich im Wald bei Weiterdingen ziemlich verlaufen. Da können Wege richtig weit werden.

Stars auf Bierbank

Das Singener Hohentwielstadion lockt mit Fußball der Extraklasse. Bei einem U-17-Länderturnier spielen Junioren-Nationalmannschaften von Deutschland, Israel, Holland und Italien am Sonntag im Hohentwielstadion. An die über 15 000 Zuschauer, die in den 70er Jahren der FC Singen 04 bei Aufstiegsspielen gelockt hatte, wird die Besucherzahl nicht im Ansatz heranreichen. Um die 2000 könnten es aber schon werden. Um einen guten Publikumszuspruch zu erreichen, wurden sämtliche Verbandsspiele im Bezirk Hegau-Bodensee, die auf den Sonntag terminiert waren, auf Samstag vorverlegt. So sollte es allen Spielern und Trainern sowie den Schiedsrichtern ermöglicht werden, das Länderturnier im Hohentwielstadion zu verfolgen. Nicht alle Vereine waren aber erfreut darüber, dass gerade bei zahlreichen Mannschaften alle geballt am Samstag kicken müssen. Das Großereignis in Singen weckt auch Erinnerungen an ein Freundschaftsspiel vor einigen Jahren, als der damals höchst attraktive VfL Wolfsburg im Hohentwielstadion vor etwa 4500 Zuschauern auf den FC Zürich traf. Da die Auswechselbank nicht alle Ersatz-Spieler fassen konnte, saßen Stars auf einer schäbigen Bierbank, wie Kevin De Bruyne, dessen bevorstehender Wechsel zu Manchester City mit 80 Millionen Euro gehandelt wurde. Nicht viel weniger zahlte kurz darauf der englische Club für den belgischen Nationalspieler. "80 Millionen Euro auf der Bierbank", titelten wir eine Glosse. Eine besondere Episode im altehrwürdigen Singener Stadion.

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