“Welcher Beruf liegt mir? Was sind meine Tätigkeiten während der Ausbildung?“ Diese Fragen sind für Jugendliche vor der Berufswahl oft eine große Herausforderung. Um Schülern Orientierung zu geben, öffneten beim Tag des offenen Handwerks jüngst 41 Singener Betriebe ihre Türen und gaben praxisbezogen Einblicke in die einzelnen Berufe und die Ausbildung. Rund 1420 Schülerinnen und Schüler von Singener Schulen nahmen teil und konnten verschiedenste Berufsfelder vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechaniker kennenlernen.

Lehrlinge sind im Handwerk gesucht

Der Tag begann mit einem launigen Auftakt. Im Foyer der Bildungsakademie erwartete die angehenden Schulabgänger eine Überraschung. Oliver Müller von der Singener Handwerkerrunde bahnte sich auf seinem Motorrad einen Weg durch die Menge zur Bühne. Er wurde Mitspieler in einem kurzen Stück des Improvisationstheaters Konstanz, das zum Beruf im Handwerk motivierte und die Zukunftsperspektive aufzeigte. Ob im handwerklichen oder kaufmännischen Bereich, Lehrlinge werden in Singener Betrieben gesucht.

Eine Firma, drei Ausbildungsberufe und viel Arbeit

Nach dem Auftakt in der Bildungsakademie steuerten die Schüler die ausgewählten Betriebe an. In der Firma Kumpf und Arnold sind Ausbildungen in handwerklichen und kaufmännischen Berufen möglich. Ingo Arnold stellte die Arbeitsgebiete vor, die das breite Feld von Heizung, Sanitär, Elektro und Klima umfassen. Anhand von kurzen Motivationsfilmen erhielten die Schülergruppen detaillierte Einblicke in die drei Ausbildungsberufe und das abwechslungsreiche Betätigungsfeld, das hauptsächlich Gebäudetechnik beinhaltet. Mit den Worten „Als Anlagentechniker sind wir die Helden auf der Baustelle“, übergab Arnold dabei an Mitarbeiter Domenico Russo und Darda Osmanei, der nach einem Praktikum im Betrieb eine Ausbildung begann und vor der Gesellenprüfung steht.

Am Beispiel eines Hybrid-Autos demonstrierten Mitarbeiter der Firma Kumpf und Arnold Steuerungen über eine Smartphone-App, die auch im Gebäudebereich möglich sind. Von links: Domenico Russo, Ingo Arnold, Dardo Osmanei und Daniel Frey.
Am Beispiel eines Hybrid-Autos demonstrierten Mitarbeiter der Firma Kumpf und Arnold Steuerungen über eine Smartphone-App, die auch im Gebäudebereich möglich sind. Von links: Domenico Russo, Ingo Arnold, Dardo Osmanei und Daniel Frey. Bild: Christel Rossner

Speziell für diesen Tag des Handwerks hatte die Firma ein Hybrid-Fahrzeug bereit gestellt, das mit Kraftstoff und auch Strom angetrieben werden kann. Mit Blick in die Zukunft diente das Auto als Beispiel für umweltschonende Techniken mit Solarenergie, die die Firma Kump und Arnold auch im Gebäudebereich einsetzt.

Auch für Firmen eine gute Gelegenheit

Christine Diekmann als Ausbildungskoordinatorin bei Südstern Bölle freute sich über knapp 120 Anmeldungen. „Dies ist ein wichtiger Tag für das Handwerk. Es ist eine Gelegenheit für die Firmen, sich vorzustellen“, sagte Diekmann und hoffte, dass sich Schüler für ein weitergehendes Praktikum entscheiden. Von 30 Praktikanten in allen Berufsbildern der Firma Bölle würden sich erfahrungsgemäß 20 für den Beruf bewerben.

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Mit großem Interesse war an diesem Tag auch der 14-jährige Maurice Brückner dabei, der etwas Handwerkliches lernen möchte, sich aber noch nicht für einen Beruf entschieden hat. „Das ist eine gute Aktion“, meinte seine Mutter Heike Brückner. Sie wundere sich nur, dass so wenige Eltern ihre Kinder beim Tag des offenen Handwerks begleiteten.