Es war ein Abend für den Handwerkernachwuchs: Die Alice- und Friedrich-Schray-Stiftung und die Handwerkerrunde (HWR) Singen würdigten die besonderen Leistungen von Marco Eißer von der Reichenau und Tobias Rohr aus Gottmadingen mit je einem Lehrlingspreis. Im feierlich-fröhlichen Rahmen nahmen die beiden Gesellen von Professor Erwin Löhle als Vorsitzender der Stiftung, Handwerkspräsident Gotthard Reiner und Werner Gohl als Sprecher der HWR die mit 700 Euro verbundenen Preise entgegen.

Noch 130 Ausbildungsplätze frei

„Zwei junge Menschen stehen heute im Mittelpunkt, vor denen wir den Hut ziehen können“, zollte Gotthard Reiner den Preisträgern seinen Respekt. Marco Eißer und Tobias Rohr könnten Vorbild für andere Jugendliche sein, sich für einen Beruf im Handwerk zu entscheiden. Die Lehrlingspreise, die seit 2003 jährlich von der Alice- und Friedrich-Schray-Stiftung vergeben werden, könnten dazu beitragen. Nach dem Tag des Handwerks für angehende Schulabgänger, der Mitte Mai stattfand, habe die HWR mit der erstmaligen Vergabe eines Preises erneut ein Zeichen gesetzt, richtete Gotthard Reiner seinen Dank an Werner Gohl. Auch in Zukunft will die HWR einen der beiden Lehrlingspreise für besondere Leistungen im Bereich Singen und Umgebung verleihen. Wie der Hamdwerkspräsident berichtete, seien acht Prozent mehr Verträge als im vergangenen Jahr schon abgeschlossen, es gebe aber noch freie Plätze in 130 Ausbildungsberufen.

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Die Leistungen seien beeindruckend, die Preisträger gehören für Professor Löhle zur Elite des Handwerks. Als Gallionsfiguren bezeichnete sie Werner Gohl: „Wir haben wieder zwei würdige Vertreter gefunden. Beide sind ein Beweis dafür, was man im Handwerk mit immer neuen Herausforderungen erreichen kann“, so galt sein Dank den ausbildenden Betrieben. Tobias Rohr, der im elterlichen Betrieb in Gottmadingen die Ausbildung zum Zweirad-Mechatroniker Fachrichtung Fahrradtechnik absolviert hat, besteche durch hervorragende Noten. O-Ton Werner Gohl: „Wir nennen ihn den Europameister.“

Tobias Rohr holte als Kammer-, Landes- und Bundessieger beim Europa Cup für Zweiradberufe in Wien den dritten Platz. Das brachte ihm ein Stipendium der Deutschen Begabtenförderung ein, was für den 20-Jährigen ein Technikerstudium bedeuten könnte. Er entschied sich bewusst dagegen: „Ich möchte lieber im Handwerk bleiben“, sagt Tobias Rohr überzeugt, ab Oktober beginnt er mit der Fortbildung zur Meisterprüfung. Marco Eißer wurde Kammer- und Landessieger im Metallbau Fachrichtung Gestaltung, seine Ausbildung machte er in der Schlosserei Repnik in Markelfingen. Der 21-Jährige fertigte mit einem Schaukelstuhl aus Metall mit Ledersitzfläche ein individuelles Gesellenstück. Marco Eißer wird ein Studium zum Metallbautechniker anschließen.