Der weitestgehend trockene Supersommer kommt zumindest dem Kulturzentrum Gems richtig gelegen. Die Vorstellungen des Open-Air-Kinos auf der Gems-Wiese konnten in den ersten drei Wochen praktisch – bis auf zwei oder drei Ausnahmen – immer draußen gezeigt werden.

Gegen 20.30 Uhr bilden sich an der Kasse des Open-Air-Kinos schon mal kleine Schlangen. Bestes Wetter ist ein Garant für viele Besucher. Manche kommen mit Bollerwagen, wo sie ihre Kissen und Decken transportieren. Hin und wieder bringen Leute ihre Campingstühle mit. Die 500 Plastikstühle füllen sich allmählich bis zum Vorstellungsbeginn kurz nach 21.30 Uhr. Doch die Plätze an den Holztischen mit den etwas unbequemeren Holzstühlen sind dann schon längst besetzt. Beim Einlass können sich die Besucher ein Kissen nehmen, wenn sie kein eigenes dabei haben. Auch für Mückenschutzmittel ist an der Theke gesorgt. Doch die kleinen Plagegeister waren dieses Jahr bislang kein großes Problem.

"Bis Sonntag hatten wir 6100 Besucher", resümiert Ralf Zimmermann. 21 Vorstellungen liefen bereits seit dem 19. Juli. Noch bis Sonntag kann man das Open-Air-Kino genießen. Ralf Zimmermann ist seit 1993 für die Auswahl zuständig. Seit 2001 zeigt die Gems immer im Juli und August einen Monat lang Filme unter freiem Himmel. Absoluter Spitzenreiter bisher war der Film "Die Sch'tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen" mit fast 500 Besuchern, dicht gefolgt von dem Film "Dieses bescheuerte Herz". Letzteren Film haben besonders viele junge Mädchen besucht, sicherlich auch wegen des Hauptdarstellers Elyas M'Barek, schätzt Ralf Zimmermann. Ein gelungenes Experiment sei der Film "Sternenjäger" über die Suche nach den letzten dunklen Orten auf der Erde gewesen, denn Dokumentarfilme sind in der Regel nicht im Programm. Bei sternenklarem Himmel war dieser besondere Film jedoch ein großer Genuss für Naturliebhaber.

An das Rekordjahr 2003 kommt die Gems zwar dieses Jahr nicht ran. Damals waren über 11 000 Besucher im Open-Air-Kino gewesen. "Wenn die nächsten Abende schön sind, kommen wir sicher über die Marke von 7000 Besuchern", hofft Ralf Zimmermann. Vielleicht toppe man ja noch das Jahr 2009 mit 7150 Besuchern.

"Am liebsten schaue ich die französischen Filme", sagt Besucherin Bea Sitter, die beim Film "Der Buchladen der Florence Green" zum vierten Mal in diesem Jahr ins Open-Air-Kino der Gems gekommen ist. Französische Filme sind aber immer sehr gut besucht. Amerikanische Klassiker nimmt Ralf Zimmermann gar nicht ins Programm, weil die beim Gems-Publikum einfach nicht so beliebt sind.

Ohne die Helfer vom Gems-Förderverein wäre das Open-Air-Kino allerdings nicht machbar. Von Anfang an sind sie dabei mit Thekendienst, am Einlass oder an der Kasse. Rainer Behn hat in diesem Jahr drei Mal geholfen. Ungefähr seit dem Jahr 2006 ist er regelmäßig bei ein paar Vorstellungen dabei, seine Frau Maria Lühder noch länger. "Ich finde das sehr sinnvoll. Außerdem trifft man oft viele Freunde und Bekannte", so Behn. An den heißen Sommerabenden waren meist vier Leute an der Theke, weil so viel zu tun war. Ein Imbisswagen, bei dem Crêpes, Pommes Frites und Currywurst angeboten werden, sowie ein Popcorn-Wagen komplettieren das Angebot.

Was in den letzten Tagen noch läuft

  • Dienstag, 14. August: Lucky. Harry Dean Stantons letzte große Rolle vor seinem Tod macht ihn im Film Lucky zum skurillen Helden seiner eigenen Welt.
  • Mittwoch, 15. August: Jahrhundertfrauen. Annette Benning spielt in Jahrhundertfrauen die 50-jährige Mutter eines heranwachsenden Sohns, der herausfinden will, was einen Mann ausmacht.
  • Donnerstag, 16. August: Loving Vincent erzählt am Donnerstag, 16. August, die Geschichte eines Briefzustellers, der die Wahrheit über van Goghs Tod zu ergründen sucht.
  • Freitag 17. August: Das Leuchten der Erinnerung. Donald Sutherland und Helen Mirren unternehmen in Das Leuchten der Erinnerung eine Reise in einem alten Wohnmobil.
  • Samstag, 18. August: Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt erzählen Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser, die in drei Jahren die Welt umrundeten, in der Dokumentation.
  • Sonntag, 19. August: Arthur & Claire. In der Tragikkomödie Arthur & Claire treffen zum großen Finale Josef Hader und Hannah Hoekstra als zwei Selbstmörder aufeinander, die eine letzte Nacht gemeinsam in Amsterdam verbringen.


Kassenöffnung
ist um 20.30 Uhr, Vorstellungsbeginn um 21.30 Uhr, Eintritt: 7 Euro, Kinder bis elf Jahre 3 Euro. Nur Abendkasse. Bei schlechtem Wetter wird der Film im Gemssaal gezeigt. (sgr)