Das neue Jahr ist noch recht jung. Manch' einer reibt sich verschlafen die Augen oder beginnt Sätze mit: "Im nächsten Jahr sollten wir, nein, ich meine in diesem Jahr!" Die Zeit ist reif, gute Vorsätze umzusetzen. Oder eben nicht, wie es in der Pressemitteilung einer Krankenkasse heißt. Dort wird empfohlen, sich keinen Stress durch gute Vorsätze zu machen. Sich vorzunehmen, mehr Sport zu treiben, gesünder zu essen und weniger Alkohol zu trinken, seien gute Ziele.

Doch sie könnten auch dafür sorgen, dass man noch mehr Stress habe und das sei dann wieder nicht so gesund. Die Krankenkasse rät deshalb: Bloß keinen Stress! Vor allem in den Wintermonaten, in denen man wenigsten leistungsfähig sei. Also lehnen Sie sich bequem im Sofa zurück. Das sind die Vorsätze nach den Vorsätzen.

Guter Vorsatz II

Mein Lieblingsvorsatz lautet ja: Tue nur das, was Dir guttut. Dann kann man gleich alles so lassen, wie es war. Das tut mir gut, denn ich muss mich nicht aus meiner Komfortzone bewegen. Das wäre dann auch im Sinne der oben erwähnten Krankenkasse. Doch über all' dem Nachdenken, darüber, was einem guttut, vergisst man, etwas zu tun. Vielleicht wäre dann der beste Vorsatz, einfach etwas zu machen, auch wenn es schiefgehen könnte.

Schön ist auch, wenn andere die guten Vorsätze vorgeben: "Also ich finde, Du solltest mehr Sport treiben." Da fühlt man sich bevormundet und lässt es aus Trotz bleiben. Eine Freundin machte mir in Zeiten zunehmender, verordneter Effizienz den Vorschlag, jeden Tag etwas Sinnloses zu tun, etwa ein Glas Wasser in die Toilette zu schütten. Der Gedanke hat was, finde ich.

Guter Vorsatz III

Zum Thema gute Vorsätze hat nur eine Gemeinde im Hegau etwas zu vermelden. Wer wirkliche etwas Sinnvolles tun und Energie im Eigenheim sparen will, dem rät die Gemeinde Gottmadingen, sich von einem Energieberater beraten zu lassen und energetische Sanierungsschritte anzugehen. Der nächste Termin ist am 10. Januar um 16 Uhr im Rathaus.

Im Familienalltag geht es ja meistens darum, sich irgendwie durchzuwurschteln und dabei keine Termine zu vergessen. Deshalb könnte man sich vornehmen, sich etwas besser durchzuwurschteln. Da kommt dann wieder die Krankenkasse ins Spiel, die zu einem guten Zeitmanagement, zur Bündelung der Aufgaben und dazu rät, Aufgaben an Kollegen, Partner oder Kinder zu delegieren. Außerdem wird empfohlen, nach Feierabend abzuschalten und Freizeitstress zu vermeiden.

Es wird aber auch Zeiten im neuen Jahr geben, in denen, meist krankheitsbedingt, fast gar nichts mehr geht. Für solche Situationen hat mein Sohn eine gute Strategie parat: "Ich kann jetzt nur noch atmen", sagte er vor Kurzem mit Bauchweh. Vielleicht wäre das der kleinste und größte Vorsatz zugleich: Atmen. Hilft immer. Auch bei Stress.