Aus der Aach und wieder in die Aach hinein, so lief das Wasser am Samstag bei einer Wasserschaden-Großübung des Technischen Hilfswerks (THW) bei Beuren an der Aach. Dazwischen lagen 1,4 Kilometer Schlauchleitung, die mit Großpumpen und Wasser aus der Aach geflutet wurden. Ehrenamtliche Helfer aus vier Ortsverbänden waren im Einsatz. Dabei brauchte es viele helfende Hände und viel Zeit, bis das Wasser den gewünschten Weg entlang floss. Autofahrer mussten dafür kurzzeitig einen anderen Weg nehmen.

Freitagnachmittag: Feldbetten und Einsatzbesprechung

Bereits am Freitagnachmittag waren die Mitglieder aus den Ortsverbänden Schramberg, Rottenburg und Tuttlingen nach Radolfzell gekommen. Dort fanden sie ihr Quartier. Mit den Führungskräften machte sich der Radolfzeller Einsatzleiter Thomas Zimmermann dann auf den Weg nach Singen-Beuren, um die geplante Übung noch einmal durchzugehen und die Zusammenarbeit der vier verschiedenen Fachgruppen zu koordinieren. Vorgesehen war das Verlegen einer insgesamt 1400 Meter langen Leitung von der Aach am Ortseingang von Beuren mittels einer Schlauchbrücke über die Landesstraße 189 in einem weiten Bogen bis zur Autobahn und wieder zurück über die Schlauchbrücke zu einem Bach, der zurück in die Aach führt. Übungsziel: Die Erprobung der Wasserförderung über lange Wegstrecken. Das Übungsszenario könnte für einen größeren Wasserschaden als auch für einen Löschwassereinsatz in Frage kommen.

Der Aufbau der beiden Schlauchbrückenträger gestaltete sich sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig.. Bild: Roland Ragg
Der Aufbau der beiden Schlauchbrückenträger gestaltete sich sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig.. Bild: Roland Ragg | Bild: Roland Ragg

Kranwagen im Einsatz: Verkehr wird umgeleitet

Am Samstagmorgen war es dann soweit: Nach der Nacht auf den Feldbetten fuhren die zehn Fahrzeuge aus den vier Ortsverbänden im Konvoi zu ihrem Einsatzort. Neben der Schlauchverlegung verlangte der Bau der Schlauchbrücke über die Landesstraße den THW-Helfern einiges ab. Hier mussten zunächst zwei Gerüsttürme rechts und links von der Fahrbahn in mühevoller Handarbeit errichtet werden. Während dieser Zeit durfte der Verkehr noch langsam durchfahren. Erst als der Kranwagen des THW Singen eintraf, um die eigentliche Brücke zu legen, wurde der Verkehr über die Ortsdurchfahrt Beuren umgeleitet. Die Verkehrsregelung übernahm das THW. Zu dieser Zeit war auch der Leiter der THW-Regionalstelle Villingen-Schwenningen, Markus Woywood, vor Ort.

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Auch für die Fische ist gesorgt

Die Wasserentnahmestelle neben der Aachbrücke wurde von den THW-Helfern aus Schramberg eingerichtet. Zur Verfügung standen zwei Großpumpen mit einer Kapazität von jeweils 5000 Litern pro Minute. Die beiden Pumpschläuche wurden mittels eines Ballons so ins Wasser eingelassen, dass sie den Grund nicht berührten. Damit keine Fische angesaugt wurden, waren die Enden jeweils mit Gittersieben versehen. „Der Natur- und Umweltschutz wird bei uns natürlich schon längst praktiziert“, sagte Walter Gentner vom Schramberger THW-Ortsverband.

Die Ballons sorgen an der Wasserentnahmestelle in der Aach dafür, dass die Schläuche über dem Grund liegen.
Die Ballons sorgen an der Wasserentnahmestelle in der Aach dafür, dass die Schläuche über dem Grund liegen. | Bild: Roland Ragg

Nach einem Imbiss konnte Einsatzleiter Thomas Zimmermann kurz nach 13 Uhr das Kommando „Wasser marsch!“ geben. Dann dauerte es nicht mehr lange, bis zirka 5000 Liter pro Minute am Ende der langen Leitung wieder ans Tageslicht kamen und in die Aach zurückflossen.

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