Eine ungewöhnliche Ausstellung ist zurzeit in der Sparkasse zu sehen. Sie dauert bis zum 29. Mai, steht unter dem Thema "Gebt uns Zukunft, keine Almosen!" und zeigt Fotos, die bosnische Straßenkinder gemacht haben.

Die Gottmadinger Autorin und Ärztin Ulrike Blatter, die sich seit langem für die Bosnienhilfe innerhalb der Arbeiterwohlfahrt (AWO) engagiert, hat die Ausstellung nach Gottmadingen geholt. Bereits vor über 20 Jahren hatte Blatter, die damals als Ärztin in Slowenien gelebt hat, Kontakt mit kriegs-traumatisierten Menschen gekommen. "Ich habe zwei Jahre auf die Ausstellung gewartet", sagt Blatter. Die Bilder, die in der Ausstellung zu sehen sind, berühren und zeigen die extreme Armut der Straßenkinder in Bosnien. Die Kinder haben fröhliche Schnappschüsse gemacht, die aber auch scheinbar Nebensächliches zeigen. Die Fotos der Wanderausstellung entstanden im Rahmen eines pädagogisch begleiteten Freizeitprojektes des 2002 gegründeten Bosnischen Vereins "Narko-Ne" zur Suchtprävention, bei dem sich Ulrike Blatter von Anfang an engagiert.

In der Ausstellung werden außerdem einige ehrenamtlich arbeitende Studenten vorgestellt, die sich als Freiwillige und sogenannte "Ältere Schwestern und Brüder" um diese Kinder kümmern. Die AWO-Bosnienhilfe unterstützt vor allem dieses Projekt, das nach dem Prinzip "Große helfen Kleinen" funktioniert. Mit Mini-Stipendien in Höhe von 50 Euro im Monat wird durch das Projekt jungen Menschen aus benachteiligten Familien die Ausbildung ermöglicht. Dafür leisten sie mindestens 15 ehrenamtliche Stunden monatlich. So sind zurzeit 170 Kind-Student-Patenschaften aktiv. Bislang wurden über 1000 ehrenamtliche Helfer ausgebildet, die in 20 Gemeinden in Bosnien arbeiten.

Das Spendenkonto: AWO-Bosnienhilfe, IBAN DE45 69 25 14 45 30 27 24 04 68, BIC SOLADES1ENG. Informationen im Internet: www.ulrike-blatter.de