Es ist ein bisschen still geworden um den Singener Laufsport. Gemeint sind nicht die Jogger, die am Abend oder frühmorgens auf ihre private Strecke gehen, sondern die Laufgruppen, die sich für das große Laufereignis des Jahres fit machen. Kein Wunder, denn „das“ große Laufereignis, den Hegau-Halbmarathon, gibt es 2019 nicht mehr.

Webseiten stiften Verwirrung

Nach 21 Wettkämpfen auf der 21 Kilometer langen Strecke durch den Hegau wurde im vergangenen September der Schlussstrich gezogen. Wer sich jedoch im Internet auf die Suche nach dem Hegau-Halbmarathon begibt, wird leicht verwirrt.

Unter www.larasch.de wird für den 22. September ab 9 Uhr der 22. Sparkassen-Halbmarathon Singen 2019 angekündigt. Öffnet man dann die Seite, so wird man im Unklaren gelassen: „Wir können aufgrund der uns vorliegenden Daten nicht genau sagen, ob der Event nicht stattfindet oder die Webpräsentation nur vorübergehend deaktiviert wurde.“ Wer Larasch ist, wird nicht erkennbar.

Was hat das zu bedeuten?

Und auf „runnersworld.de“ wird noch am 27.08.2019 geworben: „Der Halbmarathon in Singen führt durch die abwechslungsreiche Hegaulandschaft mit reizvollen Ausblicken auf die Hegau-Vulkane.“ Schöne Werbung für die Landschaft. Einen Termin für den Lauf findet man hier allerdings nicht.

Bei hdsports.de kann man sich sogar in einer Maske für den 2019er Lauf in Singen mit Start am Hohgarten anmelden. Was hat das zu bedeuten? Haben es sich die Organisatoren der vergangenen Läufe noch einmal überlegt und entgegen allen Ankündigungen im vergangenen Jahr doch noch einen 22. Lauf auf die Beine gestellt?

„Vorerst kein Halbmarathon mehr“

Ein Treffen mit dem Leiter des Singener Sportamtes, Bernd Walz, bringt Aufklärung: „Es wird vorerst keinen Halbmarathon mehr in Singen geben.“ Schon 2018 habe der Lauf auf der Kippe gestanden, weil die DJK-Singen nicht mehr genügend ehrenamtliche Helfer für die Organisation hatte.

„Da haben wir als Stadt übernommen, weil wir mit dem 21. Lauf auf der 21 Kilometer langen Strecke einen guten Abschluss finden wollten“, sagt Walz. „Das haben wir geschafft. Mit 900 bis 1000 Läufern, inklusive der Kinder, war es eine gelungene Sportveranstaltung.“

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Wenn man an die Anfänge des Hegau-Halbmarathons denkt, so fällt einem als erstes die große Euphorie ein, mit der sich die Singener in den Laufsport gestürzt haben. Es gab Jahre mit 1500 Läufern. Internationale Stars gingen an den Start, um die Preisgelder abzuschöpfen. Eine süddeutsche Meisterschaft wurde auf der Strecke ausgetragen. Und nun das Aus?

Zu viel Konkurrenz

Es gebe zu viele Konkurrenzveranstaltungen, ist Bernd Walz überzeugt. Von Konstanz bis Tuttlingen und in der eigenen Stadt finden Sponsorenläufe statt, die Massen an Läufern anziehen. „Für einen sozialen Zweck zu laufen, ist eine gute Sache“, sagt der Sportamtsleiter. Aber das reiche vielen Läufern dann auch. Den größten Einbruch hat jedoch der Singener Lauf erlebt, als Tuttlingen zeitgleich einen Marathon und Halbmarathon mit einem dreitägigen Volksfest anbot.

So entschied man sich, den Hegau-Halbmarathon von Juni in den September zu verlegen. Aber die Zahl der Läufer sank. „Um unser Niveau zu steigern, war der Aufwand schlicht zu hoch“, so Bernd Walz. Dabei sind die Singener Vereine bei Großveranstaltungen immer zur Stelle. 150 ehrenamtliche Helfer waren an der Strecke präsent. Doch den Triathleten der DJK ging die Puste aus, wie der SÜDKURIER am 10. September 2018 feststellte.

Es gibt verschiedene Ideen

In diesem Herbst wird es also keine Laufveranstaltung mehr geben. Aber was kommt dann? Die Stadt Singen ist stolz auf ihren Sport. Deshalb werden jetzt verschiedene Ideen für eine Folgeveranstaltung durchgespielt. Konkreter will Bernd Walz nicht werden, nur so viel, dass er das Aachbad gerne einbeziehen möchte. Es soll Wettkampfcharakter bekommen, aber auch für teilnehmende Familien geeignet sein.

Und natürlich müssen die Vereine mitspielen. Wie hoch hier die Bereitschaft zur Mithilfe ist, müsse jetzt sondiert werden. Im Herbst müsse die Entscheidung fallen, damit sich alle Beteiligten vorbereiten und Einladungen verschickt werden können. „Was wir uns ausgedacht haben, kriegen wir nur den Vereinen hin“, erklärt Walz.