Schon wieder hat es mächtig gekracht an der gefährlichen Kreuzung vor dem Singener Stadtteil Beuren. Ein schwerer Unfall ereignete sich im Querungsbereich L 189/K 6121, wo im Oktober 2017 ein 20-jähriger Schüler mit seinem Motorrad tödlich verunglückte. Heute noch kommen immer wieder Menschen an die Gedenkstätte bei der Unfallstelle, um zu trauern.

Eine groß angelegte Initiative fordert den Bau eines Kreisels, da sich auf der Kreuzung schlimme Unfälle ereignet haben. Bei der jüngsten Kollision erlitten kürzlich drei Frauen Verletzungen, ihre Autos waren nicht mehr fahrtüchtig. Nach drei Verkehrsschau-Terminen mit Vertretern der Stadt Singen, des Regierungspräsidiums Freiburg, des Landratsamtes Konstanz und der Polizei war geplant, eine Lücken-Ampel zu installieren.

Eine solche schaltet sich ein, wenn auf der Kreisstraße ein Fahrzeug am Stoppschild an der Kreuzung hält. Dies aber erst nach einer kleinen Verzögerung. Die Unfallverursacherin hatte aber laut Polizei das Stoppschild überfahren. "In einem solchen Fall kann eine Lücken-Ampel nichts bewirken. Sie greift erst, wenn ein Auto an der Kreuzung etwa 30 Sekunden steht", berichtet Marcus Berger, Leiter des Amtes Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Singen. Nun soll eine Voll-Ampel die Unfallgefahren an der Beurener Ampel entschärfen.

Kreisel scheitert an Kosten

Der von der Initiative und auch von der Stadt Singen geforderte Bau eines Kreisels ist aus Kostengründen verworfen worden. "Die Stadt Singen ordnet nun als zuständige Verkehrsbehörde den Bau einer Voll-Ampelanlage an. Dies wird auch vom Landratsamt Konstanz befürwortet und sollte durch das Regierungspräsidium Freiburg veranlasst werden", erklärt Berger.

Das Regierungspräsidium Freiburg müsse die finanzielle Mittel bereitstellen, da es sich an der Kreuzung um eine Landes- und Kreisstraße handle, die dem Zuständigkeitsbereich des Landes Baden-Württemberg unterliegen. "Wenn der Bau einer Ampel-Anlage auch nicht aus dem jährlichen Budget bewältigt werden kann, so gibt es auch Mittel für besonders dringliche Fälle", sagt Berger und zeigt sich optimistisch, dass eine Ampel-Anlage zeitnah an der Beurener Kreuzung gebaut werden kann.

Lange Zeit hatten Verkehrsbehörden und Polizei die Querung als keinen markanten Unfallschwerpunkt bewertet. Für die Umsetzung des Ampel-Baus ist laut Berger das Landratsamt Konstanz verantwortlich. Von der Kreuzung aus mündet die Kirchstraße nach Beuren. Dort will die zuständige Stadt Singen bald tätig werden. Es ist vorgesehen, in diesem Jahr mit den Planungen für einen Geh- und Radweg zu beginnen. Eine Fußgängerampel soll eine sichere Überquerung der Kreuzung ermöglichen. Von dort aus geht es über die Kreisstraße nach Steißligen, wo viele Beurener im Sommer mit dem Fahrrad an den See und Kinder zur Gemeinschaftsschule fahren.

Bild: Südkurier

Initiative trägt Lösung mit

"Wir sind froh, dass sich nun eine gute Lösung abzeichnet, wenn auch ein Kreisel die beste gewesen wäre", betont Heinz Rapp, der als Sprecher der Initiative Kreiselbau Beuren seit Jahren vehement für eine Entschärfung der Kreuzung kämpft. "Die Sofort-Maßnahme, Tempo-70-Tafeln auf der Landesstraße schon viele Meter vor den bisherigen Schildern aufzustellen, hat leider nicht gegriffen. Es wird immer noch viel zu schnell auf der Landesstraße gefahren", sagt Rapp. "Die Stadt Singen sollte auch verstärkt ihr mobiles Blitzgerät an der gefährlichen Kreuzung zum Einsatz bringen", so Rapp. "Der Beurener Ortschaftsrat ist weiterhin stark hinterher, dass sich was tut. Das hat auch die jüngste Sitzung gezeigt", erklärt der Beurener Ortsvorsteher Wolfgang Werkmeister. Eine Voll-Ampelanlage sei sicherer als eine Lücken-Ampel, so Werkmeister.

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"Ball liegt bei Stadt Singen"

"Das Landratsamt unterstützt die Installation einer vollwertigen Lichtsignalanlage an dem genannten Standort. Eine solche wäre eine sinnvolle Maßnahme, um künftige Unfälle zu verhindern", erklärt Katrin Roth, Pressesprecherin des Landratsamtes Konstanz. "Der Ball zur Umsetzung dieser Maßnahme liegt momentan bei der Stadt Singen. Sobald sie die Installation der Lichtsignalanlage angeordnet hat, können die notwendigen Abstimmungen zum Bau getroffen werden", sagt Katrin Roth. Da es sich um eine Landesstraße handle, sei für die notwendigen Linksabbiegerspuren das Land beziehungsweise das Regierungspräsidium einzubeziehen.

"Die baulichen Maßnahmen haben einen Planungsaufwand, zusätzlich ist das Baurecht zu erlangen – weitere Flächen werden in Anspruch genommen. Die Planungs- und Baurechtsverfahren sind meistens zeitintensiv. Ein Zeitraum für die Umsetzung der Maßnahme kann nach heutigem Stand daher nicht benannt werden", so die Pressesprecherin.