Diesen Sommer hüpft Nadja Paul über die Open-Air-Bühnen der Republik und begeistert Kinder mit ihren Liedern, zuletzt in Potsdam beim großen Rabatz-Festival von Radio Teddy. Dabei ist es noch nicht lange her, als ihr Lebensmittelpunkt in Singen war. Als Wahlkampfmanagerin organisierte sie Themen und Termine für die CDU im Hegau. Nach ihrem Studium in Publizistik, Politikwissenschaft und öffentlichem Recht war dies der logische nächste Schritt. Rückblickend aber nicht der erfüllende. "Nach einigen Jahren im politischen Betrieb war die Art der Kommunikation, teilweise der Umgang miteinander einfach nicht mehr mein Ding. Ich wollte meine eigenen Akzente setzen und etwas Positives schaffen", erklärt sie. Nach dem ernüchternden Ausgang der vergangenen Landtagswahl zog sie den Schlusstrich – und erinnerte sich an ihre Kindheitswünsche: bereits mit fünf Jahren wollte sie Sängerin werden, nahm Klavierunterricht und begann mit 14 eine klassische Gesangsausbildung.

Derzeit plant Nadja Paul eine zwete Staffel ihrer Rundfunksendung für Radio Teddy in Berlin.
Derzeit plant Nadja Paul eine zwete Staffel ihrer Rundfunksendung für Radio Teddy in Berlin. | Bild: Universal

Genau da ist sie jetzt wieder angekommen. Statt Reden für andere zu schreiben, formuliert sie Texte für sich und hat ihre Künstlerkarriere als "Meine große Freundin Nadja" gestartet. "Ich bin extrem idealistisch in den Job gestartet, und das ist genau der Grund, warum ich das tue, was ich jetzt mache", erzählt Nadja Paul. Dazu kam die Liebe, die sie aus dem Hegau in die Hauptstadt geführt hat. Mit ihrem Partner Uli Kuppel, der bereits Reamonn und Glasperlenspiel in die hitparaden geführt hat, setzt sie jetzt auf ihre kreativen und musischen Begabungen: "Ich glaube das Beste, was wir machen können, ist, den kleinen Großen von morgen ein gutes Gefühl mit sich selber und in ihrer Welt zu geben – ohne Angst und voller Neugierde." Den Bezug zur Heimat will sie aber nicht vermissen. Die Idee zur Ballade Drachenflieger auf ihrem aktuellen Album Tanz durch den Tag sei ihr nach einem Spaziergang auf dem Hohentwiel gekommen. Es vermittelt das familiäre Zusammengehörigkeitsgefühl, erzählt aber auch vom Loslassen und Fliegen lernen.