Aus tonnenschweren Marmorblöcken gehauen, winden sich die Skulpturen elegant und wie schwerelos in die Höhe. Die klaren, schlanken Linien verbinden sich, streben wieder auseinander und vermitteln trotz des Materials Bewegung und Leichtigkeit. Der Bildhauer Frank Teufel formt aus Marmor, Tuff, Lava und Basalt Skulpturen und lotet dabei die Grenzen der Statik aus. „Die Leichtigkeit des S(t)eins“, ist der Titel der Ausstellung, die im Museum MAC 1 eröffnet wurde.

Anhand projizierter Fotos und Videos erhielten die Besucher der Vernissage einen Einblick in den Entstehungsprozess vom Steinbruch bis zur fertigen Skulptur. Frank Teufel kommentierte die einzelnen Schritte, die von der Idee über die Zeichnung, die Wahl des Materials mit der griffigsten Struktur und die einzelnen Arbeitsschritte im Atelier des Künstlers einen Eindruck von der Komplexität der Fertigung vermittelten. Die Besucher konnten mitverfolgen, wie Teufel aus einem Steinblock von 28 Tonnen mittels Steinsägen und Handarbeit mit Hammer und Meißel und durch schrittweise Reduktion fast filigran anmutende Linien aus dem harten Gestein schält.

Beziehung und Bewegung sind das Hauptmerkmal

Er schaffe Perfektion am Rand des Möglichen und gehe manchmal auch darüber hinaus, erläuterte Teufel. Perfektion sei das eine, aber von ihm nicht gewollt: „Man sieht, was unter der Oberfläche steckt“, erklärte er die Kerben, die er bewusst zufügt. Beziehung und Bewegung sei das Hauptmerkmal seiner Skulpturen und stehe im Bezug zum menschlichen Wesen. Was nach größtmöglicher Reduktion bleibe, sei die reduzierte Beziehung zwischen den Menschen.

Manuel Moosherr vom Künstlermanagement Premium Modern Art als Kooperationspartner der Ausstellung erläuterte den Werdegang des Künstlers aus Tuttlingen, der nach seiner Lehre als Steinmetz die Meisterschule und anschließend ein Studium für Steinbildhauer absolvierte. Skulpturen unterschiedlicher Größe sind im Museumsgarten und verteilt in den Räumen des MAC 1 zu sehen.