Singen – Tatort Hebelschulhof. Aber keine Angst: nichts Gefährliches passiert dort an diesem ersten Tag der Pfingstferien. Im Gegenteil. Ein paar Kinder im Vorschul- oder Schulalter sind auf dem Schulhof richtig kreativ bei der Sache. Im Schatten der Bäume malen sie mit Kreide ihre Lieblingsmotive auf den Asphalt.

Ein Einhorn, ein Schmetterling, eine bunte Unterwasserwelt oder ein Fallschirm sind da zum Beispiel schon zu sehen. Und dann steht da noch eine Leiter, auf der der Fotograf Eduard Kiemele steht und die Kinder – liegend in ihren gemalten Bildern – ablichtet. Eine spannende, ungewöhnliche Aktion.

Fotografen ehrenamtlich im Einsatz

Wie es dazu kam, erzählt Bettina Fehrenbach, die Leiterin des Projekts KiSS, dessen Kürzel für „Kunst in Singen Süd“ steht. „Wir bekamen über Udo Engelhardt Kontakt zu dem Fotografen Eduard Kiemele„, sagt sie. Engelhardt hatte Eduard Kiemele bei einer anderen Gelegenheit als Fotograf kennengelernt und angesprochen. Eduard Kiemele und Julia Chislov betreiben ihr Studio Fotopeppers im Gambrinus und sind sonst oft auf Hochzeiten als Fotografen in Aktion.

An diesem Tag machen sie ihren Job aber ehrenamtlich. „Die Idee stammt von anderen Fotografen“, sagt Kiemele. Wenn die Kinder ihre Motive fertig haben, dürfen sie sich in das Bild legen und wenn sie von oben fotografiert werden, dann sehen die Fotos so aus, als wären sie eins mit ihrer geschaffenen Bilderwelt aus Kreide.

Bilder werden am 13. Juli gezeigt

Eduard Kiemele hatte einige Vorlagen mit, wovon die Kinder sich inspirieren lassen können. Eleni und Collin Rossa (fünf und neun Jahre alt) sind mit ihrer Mutter Susanne Rossa gekommen und waren gleich von einem Motiv mit Fallschirm begeistert. Die Fotos, die Eduard Kiemele und Julia Chislov an diesem Tag machen, bekommt Bettina Fehrenbach dann in digitaler Form im Rahmen des Markts der Möglichkeiten, der am 13. Juli auf dem Gelände des Siedlerheims stattfindet.

Projekt KiSS läuft seit Januar

Im Januar 2019 war das neue Projekt von Kinderchancen in den Räumlichkeiten des neuen Südstadttreffs in der Berliner Straße 8 eröffnet worden. Seither arbeiten verschiedene Künstler dort in Workshops mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 15 Jahren aus der Südstadt, mit dem Ziel, ihnen Kunst und Kultur zu vermitteln. Das Projekt wird mit Geldern aus dem Bundesprogramm „Kultur macht stark“ gefördert. Nur deshalb können die Angebote für die Kinder und Jugendlichen kostenfrei angeboten werden. Der Verein Kinderchancen hat die Gesamtleitung, doch auch die Singener Tafel und die Siedlergemeinschaft stehen hinter dem Projekt KiSS.

Ziel des Projektes ist es, Kindern und jungen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft Begegnungen und gemeinsame Erfahrungen außerhalb von Elternhaus und Schule zu ermöglichen. Dazu sind Künstler aus den Bereichen Fotografie, Literatur, Malerei, Musik, Tanz, Theater oder Video mit im Boot. Neue Künstler, die sich einbringen wollen, sind willkommen.