Die Feuerwehr Singen zog bei ihrer Hauptversammlung in der Riedblickhalle ihre Jahresbilanz für 2018. Durch die steigenden Anforderungen wird man bei den Hauptamtlichen wohl aufstocken müssen.

Die Zahl der Einsätze der Singener Feuerwehr lag im Jahr 2018 bei 465, eine Zahl, die geringfügig über der von 2017 liegt. "Wenn wir die Einsätze um diejenigen bereinigen, die durch Unwetter zustande kamen, liegen wir bei 428 Einsätzen", berichtete Gesamtkommandant Andreas Egger. Alarmierungen durch die zurzeit 80 gemeldeten Brandmeldeanlagen sowie private Haushaltsbrandmeldeanlagen machen etwa ein Drittel der Einsätze aus und die Ursache könne oft nicht geklärt werden.

Es gab sowohl Fehlalarme wie auch Todesopfer

Insgesamt sei die Zahl der Brandeinsätze etwas rückläufig, aber einzelne Ereignisse, wie der Brand eines E-Autos oder bei der Firma Alba, blieben besonders im Gedächtnis. 2018 leistete die Wehr insgesamt 196 Mal technische Hilfe, war bei 101 Bränden dabei und rettete 50 Menschen. 148 Fehlalarme gehören auch zur Bilanz, ebenso neun Todesopfer, wie aus dem Bericht des stellvertretenden Kommandanten Kai Olbrich hervorging.

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"Das Feuerwehrwesen wird immer komplexer, aber gleichzeitig sinkt die Tagesverfügbarkeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute", sagte Andreas Egger. Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Hannes Oexl aus Konstanz, der die Ehrungen mit vornahm, sprach die sinkende Tagesverfügbarkeit in den Feuerwehren an. Die zunehmende Zahl der Alarmierungen durch private Haushaltsbrandmelder führe zwar zu mehr Einsätzen. "Die Feuerwehren haben diese privaten Rauchmelder aber immer gefordert und sie haben ihre Berechtigung, weil dadurch schon Leben gerettet werden konnten", so Oexl.

Feuerwehr sucht Grundstück für neues Gerätehaus

Auch Oberbürgermeister Bernd Häusler räumte ein, dass man wegen sinkender Verfügbarkeit der Feuerwehrleute aufgrund ihrer Berufstätigkeit am Tage nicht umhinkommen werde, beim hauptamtlichen Personal aufzustocken. Ein großes Platzproblem hat die Abteilung Stadt, wie schon nach der Hauptversammlung der Kernwehr berichtet wurde. "Wenn das Deutsche Rote Kreuz umziehen würde, gäbe es zwar eine kleine Entspannung", so Egger. Für den Bau eines neuen Gerätehauses sei aber das Grundstück zu klein. "Die Grundstücksuche wird uns sicher noch eine Weile beschäftigen", sagte OB Bernd Häusler. Das Deutsche Rote Kreuz möchte schon länger neu nahe der Rettungswache bauen, aber warte noch auf eine Zuschusszusage des Landes, um das Projekt finanziell stemmen zu können, so Häusler.

Ehrung für Partner der Feuerwehr

Bei dieser Hauptversammlung gab es zum zweiten Mal in der Geschichte der Singener Feuerwehr Auszeichnungen für vorbildliche Partner. Mit der Aktion möchte der Deutsche Feuerwehrverband darauf hinweisen, dass es bei den zunehmenden Aufgaben immer wichtiger wird, dass Betriebe den Feuerwehrangehörigen auch tagsüber die Möglichkeit geben, ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen. Für ihre gelebte Partnerschaft mit der Feuerwehr wurden die Singener Bäckerei Stadelhofer, die Firmen Elektro Riederer aus Friedingen sowie RBR Elektroteam aus Rielasingen-Worblingen ausgezeichnet. Die Firmeninhaber Eric Stadelhofer, Lothar Riederer und Hubert Roth sind seit vielen Jahren aktiv in der Feuerwehr. Im Jahr 2016 waren bereits vier Betriebe zu Partnern erklärt worden.

Peter Nägele, Oberbrandmeister in der Abteilung Friedingen, erhält das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze.
Peter Nägele, Oberbrandmeister in der Abteilung Friedingen, erhält das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Für eine besondere Ehrung war auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Konstanz, Stefan Kienzler, gekommen. Er überreichte das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze an Peter Nägele, Oberbrandmeister bei der Abteilung Friedingen.