Singen – 433 Einsätze. Eine beachtliche Anzahl für das Jahr 2017, und sie wurden in etlichen ehrenamtlichen Stunden von der Feuerwehr Singen bewältigt. "Es lässt sich eine stetige Steigerung beobachten. 2015 waren es noch etwa 350 Einsätze", erklärte Andreas Egger, Kommandant der Feuerwehr, bei der Hauptversammlung in der Hausener Eichenhalle.

Die Mitglieder waren zahlreich und uniformiert erschienen. "Mehr Einsätze bedeuten für uns wachsende Anforderungen", sagte Egger. "Vergangenes Jahr wurden alle Löschfahrzeuge mit Wärmebildkameras und Defibrillatoren ausgestattet." Für dieses Jahr sind die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs, der Ausbau der Personalzahl, und, nach wie vor, das neue Feuerwehrhaus im Gespräch. "Die Grenzen der aktuellen Räumlichkeiten sind überschritten", sagte der Kommandant.

Pläne für einen Neubau

Das DRK, das seinen Sitz in der Nachbarschaft hat, wird nun doch noch nicht so bald ausziehen, daher muss nach anderen Möglichkeiten gesucht werden. Der Oberbürgermeister kündigte eine Verbesserung der Lage an: "Wir sind dabei, die Mittel für einen Neubau in der Hauptstraße zu beschaffen. Bis dahin kommen jedoch noch einige Herausforderungen auf uns zu. Die Ausrüstung muss in der Zeit des Umbaus woanders untergebracht werden, aber wir bekommen das hin."

Digitale Alarmierung als großes Zukunftsthema

Das Platzproblem war nicht der einzige Diskussionspunkt. Zum wiederholten Mal diskutierten die Mitglieder das Thema digitale Alarmierung, die eine fast zeitgleiche Alarmierung von vielen Kräften und die Übermittlung von Einsatzort und Detailinformationen ermöglicht. Bis Sommer 2019 soll sie nun auch im Landkreis Konstanz eingeführt werden. Egger wünscht sich zum Thema Personal, dass die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zukünftig nicht mehr als freiwillige, sondern als hauptamtliche Kräfte ausrücken.

Wie die Feuerwehr die Kameradschaft pflegt

Angesichts dieser vielen Pläne wird deutlich, welchen Anforderungen die Feuerwehr gerecht werden muss. Die Pflege der Gemeinschaft spielt eine beinahe ebenso wichtige Rolle wie die lebensrettenden Aufgaben der Feuerwehr. Im vergangenen Jahr organisierte die Feuerwehr sportliche Veranstaltungen, beteiligte sich an der Singener Leistungsschau sowie an Renovierungsarbeiten an öffentlichen Plätzen. Die Singener Feuerwehr konnte viele abgeschlossene Ausbildungen verzeichnen.

Nachwuchsprobleme scheinen keine allzu große Rolle zu spielen. An den Rückblick schloss sich die Beförderung und Ehrung von verdienten langjährigen Mitgliedern an. Ein unterhaltsamer Vortrag über die "Medizinische Taktik bei der Feuerwehr" von Kreisbrandmeister Carsten Sorg gewährte Einblicke in den Alltag zwischen Feuerbekämpfung und der Bergung von Verletzten bei Autounfällen.

Verdiente Mitglieder der Feuerwehr wurden bei der Hauptversammlung geehrt, von links: Kai Olbrich, Carsten Sorg, Stefan Tröndle, Kommandant Andreas Egger, Michael Geiger, Michael Bartuschek, Günther Brütsch, ganz rechts OB Bernd Häusler. Bild: Katja Fuchs
Verdiente Mitglieder der Feuerwehr wurden bei der Hauptversammlung geehrt, von links: Kai Olbrich, Carsten Sorg, Stefan Tröndle, Kommandant Andreas Egger, Michael Geiger, Michael Bartuschek, Günther Brütsch, ganz rechts OB Bernd Häusler. Bild: Katja Fuchs

Zur Feuerwehr

  • Ehrungen: Für 40 Jahre aktiven Dienst wurden Oberbrandmeister Michael Bartuschek und Hauptfeuerwehrmann Günther Brütsch ausgezeichnet. 25 Jahre im Dienst sind Löschmeister Michael Geiger und Oberbrandmeister Stefan Tröndle. Christian Suhr und Michael Münzer wurden zu Brandmeistern befördert.
  • Die Feuerwehr Singen ist für die Kernstadt mit etwa 38 000 Einwohnern zuständig, zudem gibt es eine Abteilung in jedem der sechs Ortsteile. Sie leistet Überlandhilfe in Gottmadingen, Rielasingen und Hilzingen. Es gibt eine Höhenrettung und den Gefahrstoffzug.