Ein großes Osterfeuer hatten wir in der Pfalz nicht. Dafür aber ein paar Monate später ein Johannisfeuer. Jeden Juni versammelte sich der Ort, um im Licht der Flammen den Sommer zu begrüßen. Wie schön das war. Nicht nur wegen des Funkengeprassels, das uns Kinder in den Bann zog. Sondern, weil es eine der wenigen Gelegenheiten war, die alle zusammenbrachte. Handballer und Fußballer. Chorsänger und Angler. Katholiken und Protestanten. Ein Dorf, am Feuer vereint.

In Zeiten, in denen man die Abende eben nicht mehr zusammen am Lagerfeuer, sondern jeder für sich im kalten Bildschirmlicht verbringt, ist ein solcher Brauch wichtig. Einmal im Jahr erinnert er uns daran, dass uns mehr vereint als uns trennt. Und dass diese zwischenmenschliche Wärme überlebenswichtig ist.

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Ökologisch verantwortungsvoll mag das nicht sein. Aber bevor wir alles Schöne gleich zu Asche zerreden, habe ich einen Gegenvorschlag: Treffen wir uns doch eine Woche nach Ostern noch einmal und tun etwas für unsere Umwelt.

Bäume pflanzen, Wälder und Gewässer von Müll befreien: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. So lässt sich der Funke des Osterfeuers für ein Miteinander nutzen, dass das Zwischenmenschliche sogar noch übersteigt. Nicht lange fackeln – handeln muss die Devise sein.