Eltern, Lehrer und andere Interessierte aus ganz Baden-Württemberg haben sich in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Singen getroffen um sich mit dem Thema „Was macht die sogenannte digitale Bildung mit unseren Kindern?“ zu beschäftigen. Eingeladen hatte die Elterninitiative „Schule-Bildung-Zukunft“, gegründet 2016, weil laut Pressemitteilung der Initiative viele Eltern mit den neuen Lehr- und Lernmethoden an den Schulen nicht zufrieden gewesen seien. 

Medienkonsum schädigt Gesundheit

Die Ärztin Angelika Spur, Mitinitiatorin der Elterninitiative berichtete, dass immer mehr junge Patienten mit Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen in ihre neurologischen Praxis kämen und dass ein Zusammenhang mit dem Medienkonsum der Patienten bestehe.

Der Verband deutscher Kinder und Jugendärzte BVJK warnT laut Pressemitteilung eindringlich vor einer verfrühten und zu häufigen Mediennutzung und rät von Handys vor elf Jahren ab. „Je länger man die Smartphone-Nutzung der Kinder rausschiebt, um so besser ist es für sie“.

Bis zu 12 Stunden pro Tag

Als Hauptreferent war Peter Hensinger vom Bündnis für Humane Bildung eingeladen. Er referierte zum Thema: “Was macht die sogenannte digitale Bildung mit unseren Kindern?“ Mittlerweile verbringen Heranwachsende pro Tag im Durchschnitt 10,3 Stunden und am Wochenende sogar 12 Stunden vor den verschiedenen Medien.

Das habe dramatische Auswirkungen: Die Kinder spielten weniger miteinander, sie vereinsamten und würden in hohem Maße vom Lernen in der Realität abgehalten. Zwei von drei Grundschulkindern fehle die grundlegende Reife, um zuverlässig Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.

Smartphone erst ab 12 Jahren

Daraus ergeben sich Fragen: Ab wann sind die Kinder reif für die Mediennutzung? Wenn ein Kind ein Smartphone benutzt, hat es freien Zugang zu allen Inhalten – so haben dann vielleicht auch Grundschulkinder Zugang zu Pornos. Außerdem müsse man berücksichtigen, dass der Einsatz von Tablets im Unterricht nicht zu besseren Lernresultaten führe.

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Die BLIKK-Studie der Bundesregierung (BLIKK steht für Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation) bestätige die negativen Auswirkungen der Nutzung digitaler Medien. Was ist also zu tun? Eine Kindheit ohne Computer sei der beste Start ins digitale Zeitalter, so Hensinger. Ab dem 12. Lebensjahr könnten digitale Medien dann schrittweise als Hilfsmittel eingeführt werden.

 

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