Verdeckt von Bäumen hinter dem MAC Museum Art & Cars in der Parkstraße gelegen, ist der Rohbau des neuen MAC2 kaum zu sehen. Was verbirgt sich hinter den Gerüsten und Mauern? Wie sieht das neue Museun von innen aus? Diese Fragen stoßen nach dem imposanten MAC Museum Art & Cars auf großes Interesse. Das zeigte sich bei der ersten Vernissage im Rohbau der Ausstellung "..im Augenblick ...unvollendet.." von Susanne Sterk, mit der zum ersten Mal ein Blick in den Museumsneubau möglich war.

Die gut 100 Besucher empfing ein ungewöhnliches Ambiente: Kahle Betonmauern, von Trägern gestützte Decken, Gitter als Absperrung zu nicht zugänglichen Räume. Verteilt an Wänden und Trägern die teils großformatigen Portraits von Susanne Sterk, dazwischen freier Blick nach draußen auf Gerüste und Kräne.

Unabhängig vom derzeitigen Bauzustand wird im MAC2 alles anders. "Hier ist nichts rund und weich wie im MAC1", ging Hermann Maier in seiner Begrüßung auf die Formgebung ein. Das MAC 2 habe gerade Linien, scharfe Ecken und Kanten wie sie auch in der felsigen Region zu finden seien. Das Stifterehepaar Gabriela und Hermann Maier hat für den Museumsneubau wieder Architekt Daniel Binder beauftragt. Mit dem MAC2 schuf Binder einen ikonischen Museumsbau, der mit der Umgebung am Fuße des Hohentwiels eine Verbindung eingeht. Das MAC2 hat bei 3000 Quadratmetern Nutzfläche einen Autolift, die zentrale Halle des 26 Meter hohen Baus bildet das Herzstück des Museums, wo Licht- und Klanginstallationen realisiert werden können. Neben Automobilen mit Charakter und Geschichte werden Video- und Installationskunst im Mittelpunkt stehen. In Zusammenarbeit mit der Thüga werden Zukunftstechnologien in den Bereichen Informationstechnik, Glasfaser und Energietechnik eingesetzt, die zukünftig auch den Verbrauchern zur Verfügung stehen sollen.

Der Ausstellungstitel "im Augenblickunvollendet" traf für das unfertige Gebäude wie auch für die Bilder von Susanne Sterk zu. Henry Gerlac stellte in seiner Laudatio die Frage: "Wann ist ein Kunstwerk fertig? Was bedeutet vollendet?" Erst bei naher Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln werden die Fäden in den Bildern sichtbar, mit denen Sterck gemalte Linien weiterführt oder neue Formen gestaltet.

"Durch die Fäden wirken die Bilder dreidimensional und vermitteln Verletzlichkeit der abgebildeten Personen", bezog sich Gerlac auf die Portraits von James Dean und Marylin Monroe. Die Enden der Fäden hängen frei am unteren Bildrand, Susanne Sterk demonstrierte, wie sich ihr Selbstportrait durch eine andere Lage der Fäden verändert.

Musikalisch umrahmt von Jürgen Waidele und Ad Schwarz war für Gabriela Unbehaun-Maier die Vernissage ein Test für Ausstellungen im MAC 2. Die Eröffnung ist im Frühjahr 2019 geplant. Das Ehepaar Maier würde sich besonders freuen, wenn die Aachauen vor den Museen eingebunden werden könnten, um sie für die Bürger erlebbar zu machen.

 

Treffen mit der Künstlerin

Während der Ausstellung von Susanne Sterk ist das MAC2 zugänglich. Die Künstlerin ist anwesend an den Sonntagen 13. und 20.8. von 11 Uhr bis 18 Uhr, am Mittwoch 9. und 16.8. von 14 Uhr bis 18 Uhr. An den Freitagen 11. und 18.8. und samstags 12. und 19.8. können Interessenten nach den Führungen um 15 Uhr im MAC1, um 16 Uhr mit einem Führer in die Ausstellung im MAC2. Gruppen nach Voranmeldung. Die Ausstellung endet am Sonntag 20.8. um 18 Uhr. Besichtigungen des MAC2 sind für Frühjahr 2018 geplant.