Die Abiturienten haben geschwitzt, gepaukt, geackert – doch all die Plackerei hat sich ausgezahlt. Zumindest in den meisten Fällen. In diesen Tagen reiht sich Abi-Feier an Abi-Feier. Beinahe scheint es, als ob die frischgebackenen Abgänger aus dem Feiern gar nicht mehr heraus kommen. Auch der eigene Abschluss am WG in Singen jährt sich zum 15. Mal. Mann, ist das lange her. Ein Blick in den Spiegel machts deutlich. Von der einstigen lockigen Haarpracht, die mir den Spitznamen Wuschel einbrachte, ist nicht mehr viel übrig. Was dafür in meiner Erinnerung bleibt, ist jener Tag, an dem Matze Günterts Mathenote starb. Mein banger Blick in Richtung Schranktüre, hinter der ich ein Drehteam der Versteckten Kamera vermutete, blieb an jenem Junitag im Klassenzimmer unerwidert. Also musste ich durch das lange Tal der Analysis, durch den tiefen Graben der Vektoren. Die Einreichungsnote von zwölf Punkten schrumpfte ebenso zusammen wie mein einstiger Lockenkopf. Durchs Abi habe ich es dennoch geschafft – ganz passabel sogar. Und genau dies sollte den kommenden Abiturienten 2020 Mut machen, auch in die Abi-hab-I-Liga aufzusteigen.

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