Das Gebäude hat eigentlich schon 117 Jahre auf dem Buckel. Als Bürgerschule im Jahre 1902 eröffne, wurde die Ekkehardschule im Jahr 1969 zur Realschule. Das 50. Jubiläum wurde am letzten Schultag vor den Pfingstferien ordentlich gewürdigt.

Benannt nach Mönch Ekkehard

Benannt wurde die Schule nach dem Mönch Ekkehard, der Figur aus Joseph Victor von Scheffels gleichnamigem Roman. Während der Zeit des Babybooms und der Zuwanderung in den 1960er-Jahren wurde die Schule dann im Jahr 1969 zur Realschule. Die Welt von 1969 sei jedoch mit der Welt von 2019 nicht vergleichbar. Es habe viele einschneidende Veränderungen gegeben und die Schule „ist permanenten Veränderungsprozessen unterworfen“, sagte Schulrat Gerhard Schlosser. Es sei gut, dass die Realschule von der Politik gestärkt werde, aber hier gäbe es noch Spielraum für Optimierungen. Die Kinder brächten heutzutage oft einen gut gefüllten Werterucksack mit, aber manche bräuchten auch intensive Begleitung, sagte Schulleiterin Patricia Heller-Tassoni.

1902 als Bürgerschule gegründet

Oberbürgermeister Bernd Häusler blickte in seinem Grußwort zunächst auf das Jahr 1902, als sich Singen mit damals gerade mal 4000 Einwohnern eine Bürgerschule leistete. Die Stadt habe als Schulträger vieles weiterentwickelt, aber es gebe noch Baustellen, wie zu wenige Sportstätten und auch das Thema „Digitalisierung“ müsse noch umgesetzt werden. Die Aufgeschlossenheit der Schule zeige sich aber nicht nur an dem Neubau, der 2003 eingeweiht worden war, sondern auch am Geist der Schule, sagte die Landtagsabgeordnete der Grünen, Dorothea Wehinger. Die Schule sei auch attraktiv wegen besonderer kreativer Angebote oder dem Fokus auf der Berufsorientierung.

Raummangel bis zum Anbau

Der frühere langjährige Schulleiter Thomas Kessinger plauderte in seinem Grußwort ein wenig aus dem Nähkästchen. „Ich war 43 Jahre an der Schule und habe mit einer fünften Klasse mit 42 Schülern im Jahr 1973 angefangen“, so Kessinger. Das war damals normal. Bis im Jahr 2003 der Anbau bezogen werden konnte, habe man eigentlich immer versucht, das Beste aus dem Mangel zu machen. Dennoch gab es auch nach dem Anbau weiter Wanderklassen. Ob er die Einweihung einer dreiteiligen Sporthalle noch erleben werde, hielt Kessinger aber eher für fraglich. Die Halle steht schon lange auf der Agenda der Stadt, scheitert aber bisher am fehlenden Geld.

Verhaltenskodex prägt Schüler

Franziska Kopp, Schülersprecherin und Zehntklässlerin, hatte nur Lob für die Schule, die sie nun bald verlässt. „Als ich hier vor knapp sechs Jahren anfing, bekam ich einen Verhaltenskodex. Heute weiß ich, wie treffend der Leitgedanke der Schule ist “, so Kopp. Die Elternbeiratsvorsitzende Sandra Georg beschrieb die acht Jahre, in denen sie sich im Elternbeirat engagiert hat, als „Jahre des Vertrauens“. Der neue Vorsitzende des Fördervereins, Stefan Schüttler, der selbst an der Ekkehard-Realschule den Abschluss gemacht hat, bezeichnete die Schule als unerlässlichen Baustein für eine gute Schulbildung. Er sprach auch die Dringlichkeit eines Zauns rund um den Schulhof an. Auch die Schulleiterin Patricia Heller-Tassoni unterstrich den Wunsch nach einem Zaun.

Die Theater-AG zeigte mehrere Szenen, wie Schule früher ausgesehen hat und was heute anders ist. Ein Tanz-Auftritt der Sportgruppe und mehrere Stücke der Schulband komplettierten das Rahmenprogramm.