Ortsvorsteher Bernhard Schütz und die Ortschaftsräte im Singener Stadtteil Überlingen am Ried haben eine Lücke im Hegauer Kalender der Gedenktage entdeckt – und besetzt. Bereits zum zweiten Mal haben sie zum Bürgerdialog am Tag der Deutschen Einheit gerufen. Mit der Idee, statt am Jahresbeginn einen Empfang zum Einheitstag zu veranstalten, lagen Schütz und der Ortschaftsrat richtig. Zahlreich waren die Bürger wieder in die Riedblickhalle gekommen und folgten aufmerksam den Worten von Solarcomplex-Vorstand Bene Müller zur Energiewende: Der machte deutlich, dass es angesichts des fortschreitenden Klimawandels keine Alternativen gäbe. Ob Photovoltaik, Biogas oder Windkraft – für Müller ist es an der Zeit, alle Möglichkeiten der regenerativen Energien zu nutzen.

Auch Oberbürgermeister Bernd Häusler versicherte, dass der Kampf gegen die Erderwärmung unverzichtbar sei und schlug den Bogen zur Frage der Mobilität, die die Überlinger in vielen Bereichen bewegt – auch in Bezug auf die Radwege. Schütz erinerte an die Zukunftsaufgabe: "Einen Fahrradweg entlang der Landesstraße L233a bis zur Georg-Fischer-Straße haben wir nochmals beantragt." Er hofft, dass der Ausbau noch in das Landes-Förderungsprogramm aufgenommen werden kann. Oberbürgermeister Bernd Häusler versicherte in der anderen großen Verkehrsfrage: "In Überlingen soll weiterhin einiges passieren." Als Ärgernis bezeichnete er die trotz Verbots durchfahrenden Laster und will versuchen, gemeinsam eine Aktion mit der Polizei zu starten. Mit der Frage, ob Elektro-Fahrzeuge der richtige Schritt zum Klimaschutz seien, oder ob nicht ein größerer Umdenkprozess nötig ist, schlug er den Bogen zum Vortrag von Bene Müller von Solarkomplex.

Ortsvorsteher Bernhard Schütz setzte seiner Ansprache den Dank an die Vereine und zahlreichen Ehrenamtlichen voran und gab einen Überblick, was seit dem ersten Bürgerdialog im vergangenen Jahr umgesetzt wurde: Dazu zählt das neue Baugebiet Unterdorf, in dem bald mit den Bauarbeiten der Häuser begonnen werden kann. "Priorität für weitere Bebauungsmöglichkeiten haben das Gebiet Tiefe, das Gelände Firma Oehle und das Auffüllgelände Im Lusti", teilte Schütz mit. Realisiert wurde auch ein neuer Grillplatz auf dem Gelände der ehemaligen Gemeindekiesgrube, eine Pflanzaktion und die Spritzdecke für den Breite Weg wurde aufgebracht.

Für ein Kreuz in der Einsegnungshalle konnte ein Glaskünstler beauftragt, für den Friedhofsbereich ein Mitarbeiter eingestellt werden. Ein Ziel des Ortschaftsrates bleibe – so Schütz – der Friedhofpark im Außenbereich, was ab Oktober angegangen werden soll. Da der Minikreisel an der Ecke Singener Straße/Bodanstraße durch Fahrzeuge immer wieder beschädigt wird, soll er ausgebaut werden. Der Ortschaftsrat wünscht auch, dass die unzeitgemäßen Pflasterrinnen in der Bohlstraße aus Lärmschutz durch glatte Betonsteine ersetzt werden. Beschlossen wurde ein Antrag auf Erweiterung des Baugebiets Im Stöckle. "Wenn das Gebiet genehmigungsreif wird, könnten fünf bis sechs Häuser zusätzlich gebaut werden", so Schütz.

Unterstützung signalisierte OB Häusler: Die wachsende Stadt Singen stehe mit 52 Millionen Gewerbesteuereinnahmen 2016 gut da. "Aber die brauchen wir auch", fügte hinzu. Der zweite Bürgerdialog in der Riedblickhalle in Überlingen am Ried wurde so zum Treffpunkt für zahlreiche Gäste und lud zum Abschluss zu Gesprächen.

Fortsetzung wird folgen

Bürgerdialog am Tag der Deutschen Einheit statt Neujahrsempfang – mit dieser Idee lag der Ortschaftsrat im Singener Stadtteil Überlingen am Ried richtig. Zahlreiche Überlinger Bürgerinnen und Bürger waren gestern zum zweiten Bürgerdialog in die Riedblickhalle gekommen und nutzten den Stehempfang zu Austausch und Gesprächen. Der Kirchenchor Überlingen am Ried unter der Leitung von Sven Mendel gab der Veranstaltung einen festlichen Charakter. Zum geplanten Umbau der unteren Brunnenstraße am Platz zwischen Kreuz und Alte Mühle kündigte er eine Informationsveranstaltung am 11. Oktober an, spätestens Anfang 2018 soll mit der Umgestaltung begonnen werden.(ros)