Da geriet selbst ein Veteran beim Oldtimertreffen anlässlich der Sichelhenke ungläubig ins Schwärmen. „Was, der isch vu 1910“, fragte der 87-jährige Anton Fahrner aus Bohlingen als er das unbekannte Motorrad des englischen Herstellers Phelon & Moore betrachtete. Berühmt wurde das Unternehmen als Hersteller von einzylindrigen, schräg nach vorne geneigten Viertaktmotorrädern. Dieses 108 Jahre alte Motorrad präsentierte Andreas Wangler aus Lenzkirch–Saig beim Besuch auf der Bohlinger Sichelhenke und bekam dafür viel Beifall. Aus dem süddeutschen Umkreis kamen insgesamt 120 liebevoll gepflegte Autos und historische Motorräder mit ihren Besitzern angefahren. Trotz des herbstlichen Wetters mit Regen wollten viele Liebhaber diese Oldtimer in Bohlingen sehen, und es entwickelten sich interessante Gespräche.

Organisator Siegmar Peter, der zum 21. Mal das Oldtimertreffen für die Sichelhenke organisierte, stand selbst mit einem besonderen Fahrzeug im Mittelpunkt. Vor einem Jahr hatte er das Fahrgestell eines Hanomag „Kommissbrot“ aus dem Jahre 1924 vorgestellt. Die fehlende Karosserie dazu hat der Oldiefreund nun unter der Anleitung der Korbmacherin Susanne Binder aus Riedlingen aus einem Korbgeflecht hergestellt. „Weltklasse restauriert“, befand Mitorganisator Christoph Maus bei der offiziellen Präsentation dieses einzigartigen Fahrzeuges, das im neuen Oldtimerkalender abgebildet sein wird. Regelmäßig wählen die Organisatoren dieses Treffens zwölf historische Fahrzeuge und Motorräder aus, diese werden dann in einem Kalender abgebildet. „Dieses Oldtimertreffen hat einfach Stil und Flair, die Sichelhenke selbst mit ihrem Festzelt und den wunderschön eingerichteten Stuben ist einzigartig“, meinte Antonio Vallejo aus Hilzingen anerkennend. Mit seinem Lancia, Fulvia Coupe 1976, war er zum ersten Mal in Bohlingen dabei. Ein weiterer Höhepunkt des Oldtimertreffens war die gemeinsame Ausfahrt aller Teilnehmer in den Hegau mit einer Kaffeepause in den schönen Parkanlagen des Wasserschlosses Möggingen.