Die Sonne über dem Hohentwiel im Hintergrund und im Vordergrund dazu die schmal aufragenden Skulpturen verteilt im Museumsgarten des MAC: In lauschiger Atmosphäre plaudernd, dazu Blechbläserklänge des Quartetts Klangfang, erlebten die Gäste eine Vernissage am späten Nachmittag.

"Kunst hat vor allen Dingen mit Begegnung zu tun", lud Hermann Maier in seiner Begrüßung zur Eröffnung der Ausstellung des Künstlerehepaars Yvonne und Dominik Schleich zu gemeinsamen Austausch ein. Unter dem Titel "Grazile Begegnungen" sind Werke der Schweizer Künstler zu sehen, die seit rund 25 Jahren gemeinsam Skulpturen und Plastiken aus Stein, Mörtel, Ton, Holz und Metall kreieren. Romy Abraham schilderte in ihrer Laudatio eindrucksvoll, dass Begegnungen auch mit starrem Material wie Beton oder Holz entstehen. Holz sei Bewegung pur, wenn auch in einem kaum sichtbaren Bereich. Das zähle auch für Beton.

Die beiden Künstler zeigten, dass Beton geformt und sanft bearbeitet auch grazil werden könne. "Trotz der enormen Überlebensgröße mancher Figuren verlieren sie nicht an Zartheit im Umgang miteinander", so Abraham. Das sei eine neue und wenig verbreitete Form der Skulpturenkunst. Anders als klassische Skulpturen mit Frontalansicht, wolle die Ansicht entdeckt werden. Während Dominik Schleich seine Holzskulpturen abtrage, baue Yvonne Schleich ihre mit Mörtel nach und nach auf, wobei jede Figur von Anfang an als Paar geschaffen werde.

Auch wenn Augen nicht einmal andeutungsweise sichtbar wären, meine der Betrachter, sie zu sehen. "So einsteht das Gefühl von Leben zwischen Menschen, Menschlichkeit und Natur", erläuterte Abraham, dass die Natur durch Wettereinflüsse in den Prozess eingreife. Allein im Licht veränderten die Figuren ihr Erscheinungsbild, Aussage und ihre Haltung. Die Holzskulpturen von Dominik Schleich sind zum Schutz gegen Wettereinflüsse im Ausstellungsraum platziert.

Die Ausstellung "Grazile Begegnungen" ist bis zum 12. August zu sehen