Die Narrenzünfte und die Vereinigung Hegau-Bodensee klagen darüber, dass ihnen immer mehr Reglementierungen und Verschärfungen von Vorschriften zum Beispiel in Sachen Sicherheit zu schaffen machen. Das erhöhe den Arbeitsaufwand und steigere auch die Kosten immens. Völlig perplex waren nun aber Rainer Hespeler, Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, sowie Hegauer Zunftmeister über eine Ankündigung im SÜDKURIER. Die verwies darauf, dass im Zuge des Narrentreffens der Rehbock-Zunft Volkertshausen ein 30-minütiger Schweigemarsch dem Protest gegen die Behörden-Auflagen Nachdruck verleihen soll. Analog zu Fan-Aktionen in der Fußball-Bundesliga, die einen Stimmungsboykott ausüben, weil sie sich gegen Montag-Spiele wehren.

Die Narren wollen auch künftig nicht schweigen, wenn sie ihre Bedenken gegen manche strengen Vorschriften anmelden. Dies versichert Rainer Hespeler. Zudem wäre ein Schweigemarsch für die Rehbock-Zunft und die Narrenvereinigung Hegau Bodensee als doppelte Jubiläumsveranstalter geschäftsschädigend, so Hespeler. Die Sorge ist ganz und gar unbegründet. Die Meldung über den Volkertshauser Schweigemarsch ist Teil eines SÜDKURIER-Artikels vom 2. Januar, eine humoristische und gar nicht ernst gemeinte Vorschau auf 2019. Der Artikel war über dem Bild einer großen Glaskugel auch entsprechend betitelt. Die Narren werden also auch in Vokertshausen uneingeschränkt toben und mit dem Publikum feiern.

Als Helene Fischers Auftritt ausblieb

Es darf auch mehr als bezweifelt werden, dass der 1. FC Rielasingen-Arlen im DFB-Pokal in der Allianz-Arena gegen Bayern München antritt, der Singener Oberbürgermeister Bernd Häusler nicht zum Auftritt von Friedrich Merz beim Tengener Schätzele-Markt kommt, weil von ihm selbst angeordnete Poller sein Auto blockieren, oder die Scheffelhalle abgerissen und dafür ein Spaßbad gebaut wird. Nachdem vor einigen Jahren schon ein angekündigter Auftritt von Helene Fischer – samt Bild mit Autor und dem Schlagerstar als Wachsfigur – für reichlich Verwirrung gesorgt hatte und sich die A-Cappella-Band "Die Dramatischen Vier" kaum vor Karten-Anfragen kaum retten konnte, sollte ich die Konsequenzen ziehen. Das Feld der humorvollen Jahresvorschau 2020 lieber komplett den Kollegen überlassen, heißt die Devise. Die können offenbar so viel stärker übertreiben, dass Verwirrungen gänzlich ausbleiben. Es macht aber ein wenig stolz, selbst in scherzhaften Beiträgen derart glaubwürdig zu bleiben. Die Narren mögen es verzeihen.