Begleitet von aktueller Musik, aus der Urweißen-Hütte vom Weihnachtsmarkt kommend, gelangt man an diesem Abend wie mit einer Zeitmaschine in die frühen 1980er Jahre. In der Stadthalle rockt Manfred Mann – inzwischen 79 stolze Jahre alt und gar nicht leise. Über ein halbes Jahrhundert schon ist der in Südafrika geborene Mann mit dem Hut schon im Geschäft. Die Zuhörer sind durchweg im „besten Alter“ – zwischen 40 und 60 Jahren. Die meisten von ihnen haben ihre Jugend in der Zeit verbracht, als Manfred Mann die Charts mit seinen Hits angeführt hat. Regionale Bands haben damals die Songs auch regelmäßig in den lokalen Veranstaltungshallen nachgespielt. „Blinded By The Light“, „Davy‘s On The Road Again“, „Father Of Day, Father of Night“, „Don‘t Kill It Carol“ und natürlich „Mighty Quinn“. Alles Klassiker!

Neuer Sänger

Die legendäre Earth Band mit neuem Sänger Robert Hart beginnt pünktlich. Der Ex-Bad Company-Sänger überzeugt mit seiner Stimme. Er kann die ganze Bandbreite eines guten Vokalisten anbieten. Manfred Mann selber hält sich zuerst im Hintergrund, versteckt sich hinter einem Turm von Tasteninstrumenten. Später rückt er mit seinem mobilen Keyboard in den Vordergrund und löst damit den Sänger ab, um einzelne Passagen der Songs zu inszenieren. Das Publikum ist begeistert über den sonst etwas scheuen Musiker, der bei diesem Konzert erstaunlich oft den Kontakt zum Publikum sucht.

Gekonnte Gitarrensoli

Begeisterten Applaus holt sich auch der Gitarrist Mick Rogers ab. Seine Gitarrensoli sind gekonnt: ruhig, rockig, abwechslungsreich! Die Zuhörer schwelgen dabei in alten Zeiten. Zahlreiche Jugenderinnerungen hängen wohl an diesen Melodien. Viele Hits braucht die Earth Band nicht an diesem Abend. Jeder Song wird in maximaler Länge gespielt, mit Instrumentalsoli ausgeschmückt.

Viele Improvisationen

Es wird immer wieder improvisiert, stets mit ordentlich Dampf dahinter. Das Publikum beweist beim Mitsingen Textsicherheit. Ganz besonders bei „Mighty Quinn“, das endlos zu dauern scheint. Dann verbeugen sich die Musiker plötzlich und verschwinden. Unglaublich, dass schon 90 Minuten vorüber sein sollen! So kurzweilig erschien das Konzert.

Zum Glück gibt es eine Zugabe. Gitarrist Mick Rogers stimmt zum „Stille Nacht, Heilige Nacht“ ein, nach und nach kommt ein Musiker nach dem anderen wieder auf die Bühne, und mit einer ausgiebigen Zugabe geht der Abend zu Ende. Die alten Herrschaften haben in knapp zwei Stunden bewiesen: Sie können es immer noch! Das Publikum dankt es ihnen mit großem Applaus.